Samstag, 19. September 2009

Nähgruppe

Es geht wieder los.
Gestern haben wir uns zum ersten mal getroffen, um neue Gewänder fürs nächste Lager zu nähen.
Wie immer habe ich das Gefühl, ich muss noch einmal ganz von vorne beginnen.
Irgendwie ist das wohl auch so.
Einige Gewänder aus der Anfangszeit kann und will ich nicht mehr tragen, zum einen passen sie überhaupt nicht in die Zeit die wir darstellen wollen, zum anderen sind sie oft nicht gut genäht oder die Stoffe sind Müll.
Der Gatte und ich haben nun unseren Stil gefunden, bedeutet aber, bei mir bleiben nur zwei Kleider übrig, bei ihm sogar nur eines.
Bei einem ist er so nett, dass er mir nicht sagen will, dass er es nicht mag.
Im nächsten Jahr werden wir vermutlich an einem 10tägigen Lager teilnehmen, dh. wir brauchen richtig viel Zeug.
D.h. auch, der kleine Chef muss gleich aufstehen, wir müssen zum Stoffkaufen fahren.
Der wird überschnappen vor Freude.

Bin gespannt was der Abend bringt, wir wollen mit Freunden grillen und vielleicht kommt noch ein weiteres Paar dazu, mit denen müssen wir auch bald klar bekommen, ob sie mit uns weiter lagern wollen oder sich zur anderen Fraktion hingezogen fühlen.
Es bleibt spannend.

Mittwoch, 16. September 2009

Tag des offenen Denkmals

Ein prall gefülltes Wochenende liegt hinter uns.
Den Tag des offenen Denkmales haben wir nun zum zweiten Mal im Namen unseres Burgvereines ausgerichtet und werden es im nächsten Jahr wieder angehen.

Der Vorsitzende des Vereins hat sich diesmal auch gezeigt, war sehr freundlich und hat uns auch finanzielle Mittel fürs nächste Mal in Aussicht gestellt, ausserdem hat er mir angeboten im nächsten Jahr beim grossen Mittelalterevent einen Filzkurs für Kinder zu geben - gegen Gage. Ein paar Tage habe ich überlegt, jetzt weiss ich, was ich machen möchte und werde ihm in dieser Woche noch zusagen.

Am Samstag, der Aufbautag, wurde die Burg von einer 8 köpfigen Frauenpilgergruppe "gestürmt". Ich haben den Damen einen Platz im Palas angeboten, eine Kanne Tee gekocht und Plätzchen dazu gestellt.
Die Gruppe war toll, mit einer der Damen werde ich mich vermutlich bald treffen, wir wollen zusammen etwas filzen. Eine meiner Ketten - eine neue Kreation, die wirklich toll gelungen ist, hat sich mir gleich abgekauft, auch die anderen Pilgerinnen haben sich beim mir ihr Erinnerungsstück für dieses Reise gekauft. Hat mich sehr gefreut und es war eine nette und lustige Stunde mit den 8ten.
Als sie wieder loszogen, standen die nächsten Pilger im Palas. Ein Ehepaar. Eigentlich hatten sie vor in unserem Heimatort die Nacht zu verbringen, die zuständige Kirche hatte aber keine Unterkunft.
Kein Wunder, den die einzige Familie die hier Pilger unterbringt saß mit am Tisch. So zeigte uns das Schicksal oder der Zufall, dass man sich dennoch über den Weg läuft.

Am Abend, als wir alle umgezogen waren, alles aufgebaut war, haben wir eine grosse Tafel in den Burghof gestellt und zusammen gegessen und getrunken. Am nächsten Tag sagte meine Freundin B. "Es war ein Fehler direkt neben dem Metfaß zu sitzen"
Ein echt gelungener Abend mit netten Leuten, tollem Wetter und ganz vielen Plänen für die mittelalterliche Zukunft.

Um 10 Uhr sollte es am nächsten Tag losgehen, bis 13 Uhr waren keine 10 Leute gekommen. Leider war an diesem Sonntag bei uns in der Gegen nicht nur Tag des offenen Denkmals, sondern auch ein grosser Bauernmarkt und verkaufsoffene Sonntage.
Am Nachmittag füllte es sich noch, so wurden wir unsere Würstchen noch recht gut los und ich hatte schon wieder mehr mitfilzwillige an meinem Tisch, als ich wollte.

Ich freue mich aufs nächste Jahr.

Freitag, 11. September 2009

Baustelle

Puh puh, meine neue Nachbarin scheint eine emotionale komplett Baustelle zu sein.
Alleinerziehend und ein 100 Jahre altes - nicht fertig renoviertes - Haus an der Backe. Dazu schwindende finanzielle Mittel.
Privat alles andere als schön und geordnet.
Da hat mich vor ein paar Tages einiges überrollt.
Mir ist das echt zu viel. Zu viele Baustellen, da kann ich nicht wirklich helfen.
Da hilft ein Therapeut, eine Handwerkerbrigade, ein Lottogewinn, eine Eheberatung, aber keine Nachbarin.
Natürlich helfen wir ihr bei ein paar Kleinigkeiten, aber wir kommen mit unseren Dingen ja schon nicht weiter.
Ich befürchte auch, dass dieses Haus eigentlich schon längst viel mehr der Bank gehört, als die Bank heute weisss.
Ach und auf der anderen Seite ist auch in ein paar Tagen die Zwangsversteigerung.
Hier geht es rund.

Wir entschwinden am Wochenende wieder im Mittelalter.
Ich hoffe, dass der Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr genauso schön wird, wie er es im letzten war. Da haben wir unsere kleine Veranstaltung zum ersten mal gemacht. In diesem Jahr hat die lokale Zeitung so grosse Werbung gemacht, dass wir mit deutlich mehr Publikum rechnen sollten.
Da muss ich mich in der Redaktion auch noch mal bedanken, ein so grosser Artikel war wirklich klasse, ich hab denen auch ordentlich Honig ums Mäulchen geschmiert. :D

Ich hab gar keine Lust am Sonntag mit den Kindern zu filzen, ich kann gerade so schlecht mein Stickzeug aus der Hand legen.
Ein Biscornu ist schon wieder fertig und fürs Wochenende habe ich bereits ein weiteres angefangen, das wird sicherlich bis Montag fertig sein.

Montag, 7. September 2009

Abschied

Am Wochenende war ich zu einer Beerdigung.
Es war das erste Mal, dass ich es erlebt habe, dass ein Freund hinter dem Sarg eines Elternteils ging.
Ein trauriger Tag und ein Tag der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Beeindruckt hat mich zu sehen, wie sehr die Söhne mit ihrem Vater verbunden waren, wie sehr auch ganzen Familien mit dieser Familie verbunden sind und selbst weite Anreisen nicht gescheut haben.
(Naja - zumindest haben fast alle die Anreise gern in Kauf genommen, um ihre Freundschaft und Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen. Ein Freund fehlte, er wurde vermisst und mir geht das Verständnis für sein Verhalten komplett ab. Schon vor einigen Jahren habe ich zu diesem Mann und seiner Frau - die sich zig Jahre Freundin nannte - den Kontakt abgebrochen.
Sie haben es aber geschafft, mein persönliches Unwort 2009 von KURZARBEIT geben WELPEN zu tauschen.)

Zurück zur Beerdigung.

Besonders gut gefallen hat mir, wenn ich das in diesem Zusammenhang mal so schreiben darf, dass alle Söhne und auch viele Freunde ihre Kinder mitgenommen haben.
Bisher war ich oft alleine mit meiner Aussage, dass Kinder nicht von Beerdigungen und Trauer ausgeschlossen werden sollen, sondern dass sie in solchen Momenten ein ganz wichtiger Bestandteil der Familie sind und auch der Tod zum Leben gehört. Den Satz: "Kinder gehören nicht auf eine Beerdigung" halte ich für völligen Unsinn.

Viele der Freunde, besonders die jüngere Generation wohnt gar nicht mehr in unserem Heimatort, dennoch waren sie da.
Diese Familie kann wirklich sehr glücklich sein zu sehen, wie viele Freunde sie haben.
Dies hat mich ebenso beeindruckt, wie der Bericht über die letzten Tage des Verstorbenen.
Ich bin - leider - ganz sicher, dass mir niemand mehr so etwas erzählen wird.
Ich kenne keine Familie bei der ich mir solch eine gemeinsame Sterbegleitung vorstellen kann.

Einer der trauernden Söhne liest hier ab und an, ich hoffe, es ist ihm nicht unangenehm, dass ich diese Zeilen geschrieben habe.

Zum Schluß noch, der Tag des Abschieds, war gleichzeitig ein Tag der Wiederbegegnung. Das Leben hat immer wieder eine Überraschung parat, so heiratete meine erste grosse Liebe, just an dem Tag und zwar heimlich.
Hätte der Beerdigungskaffee nicht in der gleichen grossen Lokalität stattgefunden, wäre es wohl noch einige Zeit im Verborgenen geblieben.
So konnte ich auch hier gratulieren und bin nun sicher, dass ich mit dem Bräutigam wohl lebenslänglich irgendwie verbunden sein werde, das Schicksal oder der Zufall lässt uns doch immer wieder übereinander stolpern, auch wenn es ab und an einige Zeit der Funkstille gibt.

Und nun nutze ich meinen Tag der Kurzarbeit und schaffe im Haushalt einiges weg, was sonst liegen bleibt.
Gar nicht schlecht.

Mittwoch, 2. September 2009

Gestickt























Hier meine ersten Biscornus.
Das mit den Scheren, haben ich mit einem Bändchen versehen und einer Freundin als Scherenfinder geschenkt, beim gemeinsamen Nähen unserer Mittelalterkleidung haben wir nämlich schon sehr häufig nach der Schere gesucht. Sie hat sich sehr gefreut. Die Fotos zeigen Vorder- und Rückseite.


Dies war mein zweiter Versuch. Es gefällt mir mittelmässig. Zum einen finde ich die Farbe völlig belanglos und habe keine Ahnung warum ich sie gewählt habe und dann stört mich, dass die Ecken nicht mittig zum Muster sind, zumindest nicht alle Ecken.


















Und hier nun der dritte Versuch. Das dunkle Rot ist wirklich klasse, ausserdem hatte ich noch ein paar kleine Granatsteinchen, die ich noch eingestickt habe.
Mit dieser Arbeit bin ich wirklich sehr zufrieden. Es sieht weihnachtlich aus und würde sich auf einem schön geschmückten Tisch sicher gut machen.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Noch mal Schule

Die Klassen sind geteilt worden.
Das ist erst einmal schön.
Aber irgendwie haben die meisten wohl nur von der Tapete bis zur Wand gedacht.
Wie sollte es denn funktionieren, dass die Klassen kleiner werden und dennoch alle ihre Klassenlehrerin behalten?
Nun möchte der Teil, der in eine andere, neue Klasse kommt, die Teilung nicht mehr.
Oder zumindest die Kinder aus unserem Dorf hätten in die andere Klasse gemusst.
Unser Dorf sendet aber nur 3 Kinder und 8 mussten raus und genauso gross ist die Gruppe aus einem anderen Dorf.
Sogar Argumente hat man schon vorgebracht, warum es besser ist, dass wir gehen.
Ich könnt kotzen, echt.
Es gibt Tage, da fällt mir das Leben im ländlichen Raum wirklich schwer. Heute ist wieder so ein Tag.
Gegrüsst wurde ich gerade auch nur sehr verhalten, als ich die Kinder am Ausflugsort abgeliefert habe.
Auf ein direktes, freundliches "Guten Morgen" habe ich gar keine Reaktion, die gleichen Eltern noch mal gegrüsst, wieder nix und beim nächsten Versuch, bei einem Vater, nur ein leichtes Kopfnicken zurückbekommen.

Noch drei Jahre, danach wird alles anders...................................anders bekloppt . :-)

Dienstag, 7. Juli 2009

Klassenbester

Der kleine Chef ist Klassenbester geworden, so sagte die Klassenlehrerin.

Ich bin sehr stolz auf ihn und seine Leistung und habe drei Tage überlegt, ob ich es ihm sage oder nicht.
In anderen Ländern wäre es gar nicht zu einer solchen Überlegung gekommen, da hätte er vermutlich einen Buchpreis oder sonstiges dafür bekommen und eine Anerkennung vor der ganzen Klasse.
Und hier? Im Land der Dichter und Denker, wird sich fast dafür geschämt.
So habe ich mich dafür entschieden, ihm mitzuteilen, dass er der Beste war, versehen mit dem Nachsatz: Gib bitte damit nur vor deinen Großeltern und deiner Tante an. Die werden dich dafür nicht schräg ansehen.

Nun bin ich froh, dass die letzte Schulwoche läuft. Es wird Zeit für Ferien und einen besseren Start in die zweite Klasse.
Die Klassen wurden zum Glück geteilt und es geht mit deutlich weniger Kinder ins nächste Schuljahr. Die Klassenlehrerin bleibt uns erhalten, darüber freue ich mich sehr, auch über unsere - noch junge - Freundschaft, die in diesem Jahr entstanden ist.

Leider gibt es über die Schule nicht wirklich viel positives zu berichten, wir haben mit vier Erwachsenen versucht jeweils zwei positive Dinge zu nennen und es fiel uns schwer.
Schade ist das.
Aber schlimmer kanns eigentlich nicht mehr kommen.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Grenzerfahrung

Am Wochenende hat der kleine Chef mal gesehen, wo der Hammer hängt.

Bis auf die Tatsache, dass er ein schlechter Fußballspieler ist, musste er noch keine Niederlagen einstecken.
Das Leben geht im leicht von der Hand, in allen Bereichen.

Dann kam das "Bootcamp"
Nachtwanderung, Undichtes Zelt, Regen drang in der Nacht ein, Trainingseinheit vor dem Frühstück, 10 km Wanderung, wieder Training, Training bei einem anderen Trainer, bei dem alles viiiiel schneller ging und der noch strenger war....
So bekamen wir am Samstagabend einen Anruf, unser kleiner Chef hätte Heimweh.
Weinend nahmen wir ihn entgegen und auch mit nach Hause.

Die Prüfung am nächsten Tag wollte er auf keinen Fall machen, der andere Trainer wäre nix für ihn, mit dem käme er nicht klar.

Sein Trainer sagte ihm, dass er auch in dieser Woche bei ihm die Prüfung nachholen könne.
Nun, ich finde es ja nicht so dufte, dass er gekniffen hat, aber gleichzeitig ist es auch so, dass es sein Sport ist, der Spaß machen soll und er ist auch erst 7, muss sich vielleicht noch nicht allem im Leben stellen.

Zu Hause hatte er wieder Oberwasser und wünschte sich einen langen Fernsehabend mit Mama und Papa, die den Abend eigentlich ganz anders geplant hatten.

Am nächsten Morgen habe ich ihn früh aus den Federn geworfen, er sollte wieder ins Trainingslager zurück, ganz wohl war ihm nicht, aber ich hab versprochen solange dazubleiben, bis er sich wieder eingefunden hat.

Das ging schnell, an der Prüfung hat er teilgenommen, wenn auch nur als Zuschauer. Die Teilnehmermedaille und ein Geschenk hat er ebenfalls bekommen und so konnte ich ein glückliches Kind am Mittag abholen, dass nun morgen seine Prüfung nachholt.

Montag, 22. Juni 2009

Ungutes Gefühl

Ich schlafe mal wieder schlecht.
Ich wälze mich hin und her und habe das Gefühl, dass bald etwas geschehen wird.

Abwarten ist wohl nicht die richtige Taktik gerade, ich muss handeln, fragt sich nur, wie ich es anstellen soll.
Abwarten würde wohl bedeuten, dass andere für mich handeln und Tatsachen schaffen, aber wer will das schon.

Es sollte möglichst eine schnelle Lösung geben, die Zeit arbeitet im Moment nicht für mich.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Endlich ehrlich?

Wenn ich eines nicht möchte in meinem Leben, dann ist es, dass ich mit Mitte 40 von meiner Mutter zu Hause abgeholt werde, ein Kleinstwagen mit meinen Habseligkeiten gepackt wird, ich meinen Mann verlasse und zu meiner Mutter gehe.

Ne, echt nicht.

Aber wenn man keine Freunde hat, dann bleibt nur die Mutter und wenn man keinen Job hat, dann wohl auch.

Mein Mitleid mit der Nachbarin, die uns immer wieder die tolle Ehe vorgespielt hat (wobei jeder Blinde mit Krückstock bemerkt hat, dass es sogar schlecht gespielt war) hält sich in Grenzen.

Tschö und komm nicht wieder!

Wiedersehen

Ich bin voller Vorfreude, endlich wieder Holland.
Im November habe ich die Tage gebucht, zu der Zeit hatte der Gatte ein Wochenende im Zelt noch abgelehnt.
Nun gibt es ein grosses Luxuszelt und der Gatte ist dabei.
Das freut mich sehr.
Bin gespannt, ob unsere Ehe auf die Probe gestellt wird, wenn wir das neue Zelt heute abend - vermutlich im Regen - das erste mal aufbauen müssen.
Ich atme jetzt schon mal tief durch.

Und wenn ich tief atme, dann erahne ich jetzt schon die tolle Luft, rieche das Meer und spüre es auf der Haut.
Wir haben im letzten Jahr dort einen unbeschreiblich tollen Urlaub verbracht und inzwischen zieht es uns alle dort hin, mich wohl noch mehr als die anderen beiden, aber es gefällt ihnen dort ebenfalls sehr.

Ganz besonders freue ich mich auch darauf unsere Campingbekanntschaften vom letzten Jahr wieder zu sehen, wir haben uns super verstanden, Adressen ausgetauscht und uns versprochen, im Kontakt zu bleiben.
Ich war im letzten Jahr nicht wirklich kontaktfreudig, das kommt gerade erst wieder zurück, aber ich habe es vorgestern geschafft eine Mail zu schreiben.
Unsere Campingfreunde werden auch dort sein und freuen sich ebenfalls uns zu sehen.

Heute Mittag geht es los, noch rasch ein paar Sachen packen und nix wie weg.
Ach, gutes Wetter gehört für mich nicht zwingend zum Urlaub, eine Kollegin stellte gestern für sich fest, dass es bei ihr so wäre, mir ist es nicht wurscht, aber es steht nicht oben auf der Liste.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Auf der Brücke

Zwei lang gehegte Wünsche wurden endlich wahr.
1. Ich war endlich in Bremerhaven, habe meinen alten Freund H. besucht, seine Frau richtig kennengelernt und seinen Sohn zum ersten Mal gesehen. Seine Tochter eigentlich auch, das einzige Mal, dass ich sie bisher gesehen hatte, lag sie noch im Kinderwagen und war unter dicken Decken verborgen.
2. Ich habe die Polarstern betreten und besichtigt. (Virtuell geht das auch hier: http://www.awi.de/index.php?id=51&L=1)
Was soll ich sagen? Es war toll, es war riesig und es gab unglaublich viele Treppen und Leitern. Leider hat mein körperliches Gebrechen sich wieder gemeldet und so war irgendwann Schluß. Das grösste war für mich, dass ich tatsächlich auf der Brücke stand.
Als langjähriger Fan der Polarstern
(in allen Publikationen des AWI trägt das Schiff keinen Artikel, sie sprechen immer von "Polarstern" ohne die Verwendung eines Artikels. Für mich bleibt die Polarstern weiblich)
war es ein unglaubliches Gefühl dort zu stehen und aus den Fenstern zu schauen, bis in den Maschinenraum abzusteigen, die Kombüse zu betrachten, eine Kabine, viele Labore, Frachträume, Aufenthaltsräume, den Funkraum, offene Lucken und unendliche Kabelbäume, Hubschrauberlandeplätze, Flaggenschränke usw.
Ein unvergessliches Erlebnis, auch für den kleinen Chef, der gestern morgen ausführlich in der Schule berichtet hat und Karten gezeigt hat und jeden wissen liess, dass er auch unter dem Schiff stand.

Jetzt bleibt die Frage: Wie schaffe ich es, auf das schwimmende Schiff zu kommen? Da ich weiss, wo man blinde Passagiere einschliesst, möchte ich auf diese Möglichkeit verzichten.

Ansonsten hatten wir ein wirklich schönes Wochenende, viel geredet, viel zu erzählen gehabt und einen sehr herzlichen und tollen Menschen kennengelernt.
Da hat mein alter Kumpel echt eine tolle Frau geheiratet.

Hoffentlich brauchen wir nicht wieder zu lange, um uns wiederzusehen.
Wir möchten auf jeden Fall noch mal nach Bremerhaven, dort gibt es ein paar Museen, die auf uns warten.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Besuche und Feiern

Nun ist der kleine Chef schon wieder älter geworden.
Ganze 7 Jahre ist er schon, bald wird er ausziehen und mir das Herz brechen.
Sein Herz ist im übrigen auch wieder frei. Mit seiner Freundin (Mama, ich glaube mit der F. bleibe ich für immer zusammen) ist auch nix mehr. Man hat sich zuviel gestritten und dann ist es einfach irgendwann auseinander gegangen, so der kleine Chef, als ich ihn fragte, ob er ihr zu ihrem Geburtstag Blumen pflücken wollte.
Nun sorgt er sich, dass er keine andere finden wird.
Die Angst konnte ich ihm nehmen.
Leider stehe ich nicht mehr an erster Stelle und Küsse in der Öffentlichkeit sind langsam "peinlich"
Heute morgen durfte ich aber wieder, sogar vor der ganzen Klasse, er hat mir den Knutschmund hingehalten, als ich die Nachfeiermuffins abgeliefert habe.
Da ist das Mutterherz gehüpft. :-)

Ansonsten, gibt es am Wochenende Besuch, darauf freue ich mich schon sehr, meine noch unheimlich junggebliebene Schulfreundin kommt zu Besuch, wir werden bestimmt cachen gehen, auch wenn ich bedauerlicherweise gestern unser Garmin einschicken musste. Defekt, kagge ist das.
Am Pfingstwochenende geht es nach Bremerhaven. Darauf freue ich mich auch schon sehr und dann steht auch unser langes Wochenende in Holland schon vor der Tür.

Dienstag, 5. Mai 2009

Lagerfazit

Es war für mich zu gross, ich habe ganz viel nicht gesehen
Ich habe viel Geld verdient und mir ein paar schöne Dinge gekauft, die ich unbedingt brauchte, der Gatte ebenfalls und der kleine Chef erst recht.
Ich habe wieder ein paar nette Menschen kennengelernt, einige wird man bestimmt wiedersehen.
Mit anderen erging es eher anders.
Streit gab es in der Gruppe und zwar ordentlich.
Ganz neu war: ich habe nicht mitgestritten, ich bin gegangen, feige, aber es wäre eskaliert. Was hätte ich sagen können, wenn ich bei der Wahrheit geblieben wäre? Du bist eine ganz kranke, gestörte Frau, du lügst wenn du deinen Mund aufmachst und das täglich, für mich gehörst du in eine Anstalt.
Also hab ich geschwiegen, andere die sonst sehr selten Stellung beziehen, haben etwas gesagt und viel Stärke gezeigt und da weiss ich, warum ich schon so lange mit ihnen befreundet bin, auch wenn sie manchmal seltsam sind.
Ich weiss noch nicht wie es ausgeht, es ist schwierig, bestimmt kann ich gute Miene zu bösem Spiel machen, aber will ich das?
Keine Ahnung, ist noch zu frisch.
Drei Tage ununterbrochen mit Holzschuhen herumzulaufen und noch die schwere Kleidung am Körper zu haben, ist nicht so doll gewesen. Es hat mich niedergestreckt, ein kurzes Zwischentief, einen Tag lag ich zur Hälfte im Zelt.
Der Abbau war dementsprechend.
Gleich starte ich wieder in die richtige Welt. Und werde meinen Gedanken nachhängen, warum es jedesmal an diesem Ort derart krasse Auseinanderstzungen gibt.
Und ich muss mir überlegen, was ich bei einem Nachtreffen sagen werde.

Ausserdem brauche ich neuen Stoff, meine Hüte sind gegangen wie geschnitten Brot, es gibt sogar schon Aufträge und unsere eigene Gewandung ist immer noch alles andere als perfekt.
Da steckt noch viel Arbeit drin.

Freitag, 24. April 2009

Ich bin dann mal weg

Heute ist wohl wirklich der letzte ruhige Tag vor der geplanten Zeitreise.

Morgen wird der Hänger beladen, der im übrigen noch nicht hier ist und wie ich hörte auch noch nicht einmal angefragt wurde.
Ja, danke, ich freue mich sehr, wenn ich mich so gut auf Absprachen verlassen kann. Das wird sicherlich noch klappen...
Der Gatte muss die Stühle noch fertig bearbeiten, die Rückenlehne sieht noch aus wie ein gerades langes Brett und behandeln muss er sie auch noch, ausserdem will er die Keile alle noch einmal neu machen, ach ja, leider muss er auf jeden Fall am Samstag in die Firma, es ging kein Weg dran vorbei.
An zwei Gewändern muss ich noch minimale Feinarbeiten ausführen.
Für meine Hutkollektion, möchte ich noch einfache Hutständer bauen, das Holz konnte ich mir gestern schon zusammen suchen, angezeichnet habe ich es auch schon.
Sieben Hüte müssen noch mit Borte versehen werden.
Die Seifensteine haben noch keine "Steinadern".
Die Plane für unseren Stand hat noch keine Ösen, dafür gibt es schon mal ein Planendach, da sah es am Sonntag noch ganz düster aus.

Und die Hasenfelle, die warten eigentlich noch darauf eine Decke zu werden, zumindest für den kleinen Chef, aber wann mach ich das noch?

Im nächsten Jahr fange ich früher an, oder habe ich im nächsten Jahr gar nix mehr zutun?
Ich weiss jetzt schon, was ich am Gatten noch gerne sehen würde.
Und dann hätten wir auch genug Leihgewänder für Freunde.

Donnerstag, 23. April 2009

Sozialkontakte

Seit ich hier auf dem Land lebe, habe ich nicht so viele Freunde und Bekannte, wie ich es früher hatte.
Immer wieder merke ich, dass ich es einfach nicht hinbekomme, mich um Menschen zu kümmern. Nach der Arbeit und der weiten Fahrerei und dem täglichen Kontakt mit vielen Menschen, mag ich oft einfach nicht mehr und bin zu faul dazu.
Ab und an ärgere ich mich über mich selbst, besonders in den letzten drei Tagen.
Wieder sind mir zwei Frauen begegnet, die mir ganz deutliche Signale gesendet haben, dass sie gern mit mir zutun haben.
Am Montag bin ich in einen Geburtstag hineingeplatzt und war dennoch ein gern gesehener Gast, den man gar nicht gehen lassen wollte.
"Besuchst du mich bald wieder?" fragte eine ganz tolle Frau, deren Nähe und Gespräche mit ihr ich jedes mal geniesse.
Werde ich es diesmal schaffen?
Ich hoffe es, vielleicht treffen wir uns schon in der nächsten Woche.
Gestern war die Klassenlehrerin da.
"Es ist was zwischen uns, das habe ich gleich gespürt" so sagte sie, aber sie hätte sich vorgenommen, alle Eltern zu siezen.
"Dann warten wir eben noch drei Jahre" war meine lachende Antwort.
Und musste daran denken, dass ich sie fast - ganz ausversehen - mit einer Umarmung begrüsst hätte, als sie überraschend vor der Tür stand, wie ich es mit einer Freundin gemacht hätte.

Das zeigt wohl alles, dass ich mein Schneckenhaus langsam mal wieder verlassen sollte.
Nächste Woche habe ich ab Mittwochnachmittag genug Zeit dazu. 1.000 andere Lager von Mitlagernden werden um uns herum sein, da das wird Therapie genug sein.

Mittwoch, 22. April 2009

Muskelkater

Er ist jetzt schon zu spüren. Überall. Mein Körper hat überhaupt keinen einzigen Muskel mehr.

Nach über einem halben Jahr der völligen Untätigkeit, war ich heute zum ersten mal eine kurze Runde walken.

Der Stockeinsatz war noch nicht drin, ich habs gleich gemerkt, dass das noch Schmerzen und Ziehen verursacht, aber eine halbe Runde habe ich geschafft.
Nach einer halben Stunde geht es mir "im Problembereich" immer noch gut, ich werde es jetzt mal untersuchen und hoffe, dass ich heute wieder ein Stück altes Leben zurück gewonnen habe.

Ostergedanken Rückblick

Gerade habe ich bei Loco gelesen http://locojustloco.wordpress.com/ und möchte nun auch meine Ostereindrücke nachholen.

Vor zwei Jahren waren der Gatte, der kleine Chef und ich im Osternachtsgottesdienst und haben dort einen unvergesslichen Abend erlebt über den wir oft noch sprechen.
Der kleine Chef hat nicht soviel mitbekommen und hat bald lautstark zu schnarchen begonnen.
Ich habe mich dort in dieser kleinen Spätmittelalterlichen Kirche mit diesem herrlichen Pfarrer (der vor zwei Jahren unseren Sohn getauft hat) richtig wohl gefühlt.
So wie schon seit zig Jahren nicht mehr in der Kirche.
Ein grosses Osterfeuer mit viel Bier und Lärm hat mir überhaupt nicht gefehlt, im Gegenteil.
Im Jahr danach waren wir in Holland, das war auch schön, aber ich habe oft an die Osternacht in der kleinen Kirche gedacht...

In diesem Jahr wollte ich unbedingt wieder hin, gerne mit der ganzen Familie, der Gatte war leider nicht zu bewegen.
Der kleine Chef war dabei und ist auch diesmal nicht eingeschlafen.
Zum Abendmahl wurde natürlich auch geladen, die meisten gingen hin, nur der kleine Chef und ich blieben sitzen.

(Einschub für Loco: Es gab im übrigen richtiges Brot, das fand ich schon immer am schönsten und kleine Einzelbecher. Beim ersten mal war ich verblüfft, als ich die vor Jahren das erste mal sah, aber inzwischen habe ich mich damit angefreundet. Es kommt wohl auch stets darauf an, wie es ausgeteilt wird und ob es seltsam befremdlich wirkt und rüber gebracht wird oder mit einer freundlichen Selbstverständlichkeit gereicht wird.)

In der Kirche hatte ich ihm noch gesagt, dass ich natürlich bei ihm bleiben würde, damit er nicht alleine sitzen bleiben muss.
Wirklich geglaubt hat er mir nicht, so hat er mich gefragt, warum ich nicht nach vorne gegangen bin.
Auf der Rückfahrt hatten wir ein längeres Gespräch und ich habe zum ersten mal ganz offen über meinen Glauben/Nichtglauben mit ihm gesprochen, bisher wollte ich das nicht. Er glaubt ganz offen und fest an Gott, da ist es nicht am mir den Zweifel zu setzen.
Aber in dieser besonderen Nacht war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich ihm sagen konnte: "ich habe meinen Glauben vor vielen Jahren verloren, bin gar nicht mehr in die Kirche gegangen. Erst seit ich diesen besonderen Pfarrer kennengelernt habe, kann ich ab und an wieder hingehen, aber zum Abendmahl kann und will ich noch nicht wieder gehen."
Der kleine Chef war ganz erstaunt und sagte dann: Mama, ich helfe dir deinen Glauben wiederzufinden."
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass bei mir die Tränen liefen.
Wir haben beschlossen, dass wir häufiger am Sonntag zusammen in die Kirche werden gehen.
Sonntag in zwei Wochen werden wir während des Mittelalterevents am Feldgottestdienst teilnehmen, dort wurde der kleine Chef ja vor zwei Jahren getauft.
Es hat mir immer gut gefallen und ich habe den Gottesdienst gemocht, so wie er in den letzten Jahren stattfand.
Seit dem letzten Jahr gibt es eine Veränderung. Es wird ein ökomenischer Gottesdienst werden.
Gefällt mir nicht so gut. Mein Unbehangen mit der katholischen Kirche habe ich in den letzten Jahren, aus Freundschaft, gut unterdrücken können, nun kommt er wieder richtig stark zum Vorschein.
Für mich kann Kirche gerade nur mit diesem einen Pfarrer stattfinden.
"Ich bin sehr stolz auf meinen Mann" sagte mir seine Frau vor ein paar Tagen und lud mich zum Kaffee ein (den ich mir noch nicht mit ihr getrunken habe)
"das können sie auch" war meine Antwort.

Ich bin gespannt, wie es mit mir und der Kirche weitergehen wird. eines ist mir klar geworden, auch für meine guten Freunde, werde ich nicht mehr an Feierlichkeiten der katholischen Kirche teilnehmen, den die werden es schaffen mich für immer zu vertreiben.
Auch kein Kirchenkarneval mehr!

Freitag, 17. April 2009

Genähtes - Kleidung

Dieses Kleid hat mir am meisten Zeit geraubt. Beim ersten Versuch war es ein Sack. Also habe ich alles wieder aufgetrennt. Dann noch mal genäht. Festgestellt, dass wieder einiges nicht so sass wie es sollte.
Ich glaube, ich habe jede Naht bestimmt vier mal genäht. Wäre der Stoff nicht so teuer gewesen, wäre es bestimmt im Müll gelandet. Nun bin ich endlich zufrieden und finde es sehr gelungen. Es sieht ganz schlicht aus, sollte es auch, die Ärmel sind innen gefüttert und am Hals ist eine ganz tolle einfache Borte.










Eine Einfache Hose für den kleinen Chef. Jeans sehen einfach blöd aus, wenn man sonst vollgewandet ist.

















Partnerlookgewand Kleiner und grosser Chef


















Übergewand für den kleinen Chef


















Wollgewand. Das haben wir alle drei, soll uns warm halten und muss hoffentlich erst am Abend getragen werden, weils sonst so schön sonnig ist.
Am Kragen gibt es jeweils Unterschiede.











Höllenfenstergewänder für mich. Eins passt nicht so gut, danach hab ich mir endlich ein Schnittmuster gekauft. Die Zeiten der Säcke sind vorbei.











Weiteres Höllenfensterkleid. Das Muster sieht auf dem Foto seltsam aus, in Wirklichkeit ist es ein zweifarbiger Wollstoff. Kratzt auch ein bisschen.
















Untergewänder. Hier ist meines zu sehen. Der kleine und der grosse Chef haben jeweils zwei davon bekommen.













Dann gibt es noch ein schwarzes Gewand, welches der Gatte bekommen sollte. Es sieht an ihm aber aus wie eine Glocke oder ein Kleid der wilden 50er.
Er will es nicht tragen, ich mag es ja nicht wenn auch noch gemeckert wird. Dankbar sollen sie sein, dass ich soviel genäht habe!!! :-)
Aber im Ernst: das Ding sieht wirklich Kacke aus, das muss noch mal ganz neu genäht werden. Und das wird nicht mehr bis zum 1. Mai geschehen.
Nu muss mal gut sein.

Genähtes/Gefilztes - Kopfbedeckungen



Die neue Hutkollektion.
Sogenannte Junkerhüte. Aus Wolle und mit unterscheidlichen Borten.














Die brauen Kopfbedeckung ist wieder selbstgefilzt. Steht dem kleinen Chef gut, er möchte sie aber nicht tragen. Grund: uncool.

Gebasteltes

Output der letzten Monate.

Ich bin froh, dass das Handarbeiten und Basteln erfunden wurde, sonst wäre ich in den letzten Monaten wohl durchgedreht.
Heute habe ich die Produktion der Duftsäckchen beendet und muss auch nur noch ein einziges Gewand nähen.
Ein Höllenfensterkleid für eine Freundin, das hat sie zum Geburtstag von uns bekommen. Muss bis morgen fertig sein, leider habe ich es noch nicht einmal zugeschnitten.

Aber hier mal ein paar Fotos.



















Gefilzte Kappe




















Lesezeichen, davon habe ich nicht so viele, sind ein paar schon von mir verschenkt worden.


Kleine Duftsäckchen gefüllt mit Lavendel


















Duftsäckchen bzw. Entspannungsduftsäckchen. Gefüllt mit Melisse, Hopfen und Lavendel

Kommunikationsgestört

Noch immer spüre ich eine Kommunikationsstörung in mir. Ich schaffe es nicht, mal den Hörer in die Hand zu nehmen und zu telefonieren, obwohl ich es mir für die Ostertage so sehr vorgenommen habe.

Emails beantworte ich gerade auch nur schleppend und eine Karte wollte ich schon am Dienstag abgeschickt habe.

Ich habe gerade das Gefühl, dass ich das letzte halbe Jahr verdauen muss.
Körperlich geht es mir besser, einseitig laufe ich seit ein paar Tagen ohne Verband rum, aber es ist etwas zurückgeblieben.
Meine Motivation ist so gegen Null gefahren, dass ich mich nun endlich mal wieder aus dem Sumpf ziehen muss.
Hausarbeiten und Alltägliches was ich sonst nebenher gemacht habe, fällt mir immer noch schwer.

Heute werde ich mich mal an den Berg Bügelwäsche machen, den kleinen Chef habe ich schon zum Sockensortieren verdonnert.
Und dann steht das Mittelalterlager vor der Tür, da muss auch noch einiges fertiggestellt werden, für den Stand noch etwas, der Stand selbst ist noch nicht gemacht und ein Übergewand habe ich auch noch zu nähen.

Freitag, 10. April 2009

Licht

Endlich Licht am Ende des Tunnels.
Wie lange ich nicht wirklich im "Einsatz" war habe ich gestern, als ich in zwei Räumen die Spinnweben an der Decke weggesaugt habe.
Die neue Therapie ist gut angeschlagen und mir geht es wirklich endlich besser.

Morgen werde ich versuchen einseitig ohne Verband rumzulaufen.

Ich freue mich auf schöne Ostertage.

Freitag, 3. April 2009

Loch

Vor genau einer Woche bin ich in ein ganz ganz tiefes Loch gefallen.
Meine Lebensqualität habe ich nachgefragt, mir selbst die Frage gestellt, was mir gerade Spaß macht und wie es mir geht.
Die dauernden Schmerzen und das eingeschränkt/behindert sein, zermürbt mich.
Ich funktioniere noch einigermassen, breche dann am Abend ein.
Möchte am liebsten schon um 19 Uhr im Bett liegen, ab und an gebe ich dem nach.
Soziale Kontakte sind mir ein Greul.
Es gibt nur ganz wenige mit denen ich zur Zeit sprechen möchte und kann, aber auch das strengt mich meist an.
Drei Tage habe ich gebraucht, um mich bei einer Freundin für ein Geschenk zu bedanken, ich hoffe sie sieht es mir nach.
Gestern habe ich es nicht geschafft mich für einen zweistündigen Abendtermin aufzuraffen.
Ich kann das Haus einfach nicht verlassen, sobald ich hier angekommen bin.

Am Freitag war ich wirklich sicher, dass es so nicht auf Dauer weiter gehen kann, dann gehe ich ein, da hilft auch irgendwann kein (therapeutisches) Basteln und Handwerken mehr.
Mit der Lymphdrainage haben wir/sie übertrieben, das war zuviel des guten. Jetzt machen wir es anders, nachdem wir eine Woche pausieren mussten.
Ausserdem sind am Sonntag wieder drei Fäden durchgewandert.
Es war gut, als sie draussen waren und seitdem geht es auch wieder besser.

Heute hat mich eine Schulfreundin angerufen, wir hatten uns im Dezember zuletzt gesehen, damals war sie plötzlich erkrankt und bei unserem Treffen verschwunden. Heute berichtete sie mir, dass sie ebenfalls in ein Loch gefallen war, nun möchte sie wieder raus und hat sich als eine der ersten Aktionen vorgenommen, sich wieder bei mir zu melden.
Hat mich gefreut, es war ein sehr lustiges Telefonat und ich habs genossen mit ihr zu sprechen.

Das schlimmste an dem Ganzen ist für mich, dass ich solche Dauerleidenden wie ich es bin, nicht ausstehen kann.
Die nerven.
Ich nerve.
Man muss auch beissen können, sage ich gerne.
Ich finde ich habe lange genug gebissen.

Freitag, 27. März 2009

Planung

Gerade habe ich vier Tage Holland gebucht. Es geht einfach nicht ohne.
Heute startet auf den Campingplätzen die Saison.
Im letzten Jahr waren wir dabei und haben unseren Wohnwagen für 3,5 Monate dort stehen gehabt.
Es gab super viele tolle Momente an die ich mich immer wieder erinnere.
Und genau deshalb muss ich auch in diesem Jahr hin, wenn auch nur so kurz.

Ich habe wieder einen 5 Sterne Platz ausgesucht, meinen Lieblingsplatz, er hat zwar nicht so ein tolles Schwimmbecken wie der andere und Bernd Stelter hat dort auch keinen Dauerplatz, aber die Mitarbeiter und die Inhaberfamilie ist so freundlich, dass ich mich jetzt schon drauf freue, den Campingplatzbesitzer auf seiner abendlichen Fahrradrunde über dem Platz zu begegnen.

Ob der Gatte mitkommt weiss ich noch nicht, er wollte ja nie wieder zelten, aber den Wohnwagen nehme ich für vier Nächte nicht mit.

Ich freu mich!

Talsohle

Und wieder schreite ich durch eine Talsohle. Ob ich mich der Hoffnung hingebe, dass es die letzte sein wird?
Ich weiss es nicht, eigentlich möchte ich ruhig und rational sein, andererseits lege ich schon sehr grosse Hoffnung in die derzeitige Behandlung.
Durch die Mobilisierung und "Reizung" ist einiges in Bewegung.
Es fliesst viel ab, nicht so wie gedacht, nach innen, sondern auch wieder ganz verstärkt nach aussen.
Gestern waren die Narben ganz geschwollen und wullstig und ich hatte dauernd stechende Schmerzen.

Um kurz vor 19 Uhr lag ich mal wieder im Bett.
Mein Lieblingsplatz zur Zeit.

Heute schaut meine Therapeutin mal nach mir, vielleicht machen wir weiter, wenn dann ganz vorsichtig.
Morgen unternimmt unsere kleine Mittelaltergruppe einen Ausflug zur Ronneburg.
Ich habe schon abgesagt, erst die lange Fahrt, dann noch mit dem schweren Mittelalterzeug am Körper rumlaufen, das hat echt keinen Sinn.
:-(

Mittwoch, 25. März 2009

Überraschungsparty

Eine Freundin hatte Geburtstag, da ihre Tochter am Tag zuvor ebenfalls Geburtstag hatte und einen grösseren dazu und sie obendrei am Montag zu einer 6wöchigen Kur aufbricht, wollte sie nicht feiern.
Wir wollten aber, dass sie feiert und so war schnell die Idee geboren, dass wir ihr eine kleine Überraschungsparty bereiten.
Natürlich haben wir im Laufe des Tages alle angerufen, um zu gratulieren.
Ein grässliches Erlebnis war dieses Telefonat, ich habe gemerkt, dass sie traurig war, dass keiner kam, der kleine Chef hatte auch nur ein kurzes ja-ja Gespräch mit ihr, da er in Sorge war, etwas zu verraten und so war ich von einem schlechten Gewissen geplagt.

Für die Party war alles gut geplant, die Kinder der Jubilarin eingeweiht, sie wollten sie mit verbunden Augen zur Party bringen, die Häppchen standen bereit, die Girlanden hingen an der Wand, wir hatten die Partyhütchen auf.
Dann klingelt das Telefon.
Es war 19.45 in 15 Minuten sollte die Überraschung steigen.
Am anderen Ende, die jüngste Tochter mit der Nachricht, ihre Mutter wäre ins Altersheim gefahren, die Tante besuchen.
Sie war nicht aufzuhalten.
Na toll, da waren wir überrascht.
Zwei drei Telefonate ging es hin und her, die Kinder handlungsunfähig. Dann der Vorschlag von B. "Ich fahr da jetzt hin und hole sie da raus."
Gesagt getan, eine viertelstunde später war das Geburtstagskind da und wir konnten endlich "Überraschung" rufen.
Da hat sie sich erst mal setzen müssen und sammeln.
Die Überrschung war doch noch gelungen und wir hatten einen schönen Abend.

Gesundheitsstatus

Am Montag war ich mal wieder bei meinem Arzt, der vor über 5 Monaten die OP durchgeführt hat. Ich hatte wenig erwarte, eigentlich gewusst wie es sein wird, aber es kam von ihm noch weniger.

Er hatte solch einen Fall noch nicht, er kann es sich nicht erklären.
Ursachenforschung?Keine.
Ideen? Keine.
Verständnis? Wohl auch keines.
Eigentlich hat man wohl auch nach der OP keine Schmerzen und braucht keine Schmerzmittel. Ich brauchte die, mir ging es nicht gut, warum hat man da nicht schon mal ein Gespräch gesucht?
Verstehe ich nicht.
Wenn ich mag kann ich den OP Bericht lesen, es gab keine Zwischenfälle.
Das glaube ich ihm auch, das ist gar nicht der Punkt, ich gehe bis heute davon aus, dass kein Fehler bei der OP vorgefallen ist.

Augenscheinlich habe ich dennochb Probleme. Und das schon sehr lange.
Die eine Seite ist wieder mehr offen als vorher, dafür ist der Faustgrosse feste Knubbel deutlich kleiner geworden, seit ich die Lymphdrainage bekomme.
Dafür habe ich auch von ihm ein Folgerezept bekommen, er schient froh zu sein, dass meine Hausärztin und ich eine Idee der Weiterbehandlung haben.
Sein Thema ist es nicht, das wurde ganz deutlich.
Ich soll noch mal wieder kommen.
"Warum" habe ich gefragt.
"Ich möchte wissen wie es ausgeht" war seine Antwort.

Im Auto auf dem Rückweg habe ich mich verarscht gefühlt, auch weil er mir das Gefühl vermittelt hat, als würde ich mich "anstellen" oder so, ich hatte sogar das Bedürfnis mich zu Rechtfertigen.
Das gefällt mir nicht.
Dafür muss ich nicht 4 Stunden Autofahrt auf mich nehmen.

Freitag, 20. März 2009

Die Zeit wird knapp

Es sind nur noch knapp 5 Wochen bis zum Ritterevent.
Genäht habe ich schon viel, aber noch nicht genug.
Für jeden noch ein warmes Gewand, für jeden noch ein Untergewand und ein Teil von mir muss noch vom Sack zum Kleid geändert werden.

Der Gatte hat auch noch einiges zutun, drei Stühle will er bauen, allerdings kommt die Stuhlgruppe nicht richtig aus dem Knie.
Am Mittwoch hatten sie einen vor Ort Termin beim Obi. Resultat: das Holz ist dort zu teuer.
Bin gespannt wie es weiter geht.

Ein neues Gruppenmitglied haben wir auch, darüber freue ich mich sehr. Eine ganz bezaubernde junge Dame, der ich als erstes gesagt habe, dass ich auf KEINE FALL möchte, dass sie meint, sie müsste als Kindermädchen fungieren.
Da fällt mir ein, sie bekommt ja auch noch ein Gewand, am Montag hat sie Geburtstag und dort werden wir ihr erst einmal einen Gutschein überreichen können, der Rest folgt dann in Kürze.

Die Katalytofenbeschaffung läuft ebenfalls schleppend.
Wenigstens habe ich es schon hinbekommen, eine unglaublich tolle luxusfeuerstelle herstellen zu lassen und sie abzuholen.

Am Wochenende muss die Nähmaschine glühen, für den Stand muss ich schliesslich auch noch was machen, ach das probebasteln.....
Ich glaube, ich muss kündigen, sonst wird das alles nix.

Mittwoch, 18. März 2009

Gesundheitsstatus

Auf und ab ab ab ab und auf.
So sieht es aus.
Am Montag lag ich um 19 Uhr im Bett, ich hatte die Schnauze voll, wieder ein ganzer Tag mit Schmerzen vom Aufstehen bis ins Bettgehen.
Kotz.
Meine Ärztin gibt nicht auf und so habe ich gestern ihren neusten Plan umgesetzt.
Lymphdrainage.
Meine liebe Freundin B . hatte schon vorgeschlagen es mal damit zu versuchen, wollte aber nicht Handanlegen, bevor wir ein ärztliches Go bekommen würden.
Ganz vorsichtig ist sie drangegangen und ich glaube nicht, dass es auf der Welt noch viele gibt, die ich DA drangelassen hätte.
Es war eine ganz angenehme 3/4 Stunde und ich meine, ich würde es spüren, dass es besser geworden ist.
Meine Hausärztin hatte für mich heute auch noch eine andere Narbencreme, die sie extra für mich zur Seite gelegt hatte.
Und am Montag geht es mal wieder zum Arzt der mich operierte.
Bin gespannt was er sagt.
Ach nein, bin ich gar nicht, ich meine es eh zu wissen.
Es wird ihm leid tun, dass es mir immer ncoh nicht gut geht, er wird es ungewöhnlich finden, er wird traurig draufschauen und sagen, dass ich Geduld haben muss, ausserdem wird er im Ultraschall feststellen, dass es schon ganz toll zusammengewachsen ist.
Wetten?
Um was wette ich denn mit mir?

Hatte ich mal erwähnt, dass ich es satt habe?

Begeistert

Am Wochenende war ich mit meiner sehr junggebliebenen (genauso wie ich) "alten" Schulfreundin unterwegs.
Wir hatten uns viel vorgenommen.
Abenteuer wollten wir erleben, etwas für die Statistik tun, vielleicht noch Essen gehen.
Das Wetter war endlich mal schön und so ging es gut vorbereitet los.
Nun, fast gleich gings los, erst kamen wir nicht los, warum eigentlich? Dann wollte ich noch kurz zur Schwester und als wir endlich loscachen wollten, fings an zu regnen.
Wir haben tapfer weitergemacht.
Zweimal kamen wir nicht weiter, einmal an einer Schule, da sich Blagen zum Bierchentrinken an der Schule getroffen haben. (Hab ich früher selbst gemacht, heute find ich es lästig. :-) )
Einmal hat mein Gerät gesponnen, aber richtig. Und da war doch noch einer? Ich weiss es gerade nicht.
Das Abenteuer sollte am Abend stattfinden, leider musste ich - mal wieder - abkneifen. Im Auto spürte ich ziemlich schnell stechende Schmerzen und wusste, da ist wieder etwas aufgegangen, was länst zu sein soll.
Ich hoffe meine Freundin A. hatte einen ebenso schönen Tag wie ich, auch wenn er nicht so abgelaufen ist, wie geplant.
Ich möchte es auf jeden fall gerne wiederholen und einen uns selbst gewidmeten Cache an der alten Wirkungsstätte soll es auch noch geben.

(Ach, A. du liest hier ja mit, was ich jedesmal sagen wollte: Die Querfeldein Läufe mit der Frau Sch. habe ich meist nicht mitgemacht und mich im Gebüsch versteckt. :-))) harharhar. Ich weiss gar nicht mehrmit wem, habe da U. in Verdacht)

Am liebsten würde ich sowieso nur noch mit A. cachen, von mir aus auch Hauptberuflich. Ich fahre und sie hat dieses unglaublich saugeile Iphone in der Hand und lotst uns von Cache zu Cache.
Ach ja.

Freitag, 13. März 2009

Kleider machen Leute

Gestern habe ich Blicke von meinen Männern bekommen, die ich vorher noch nicht gesehen hatte.
Dem kleinen Chef blieb der Mund offen stehen und er lief strahlend auf mich zu, umarmte mich und teilte mir mit, wie gut ich aussehen würde.
Der Gatte war zwar nicht so überschwenglich, ich auch nicht von der Couch aufgestanden, gefallen hat es ihm wohl auch.

Meine Freundin B. hat mir ein Kleid geschenkt, ihr würde es nicht gefallen und passen auch nicht so richtig.
Ich war kritisch, da es so gar nicht meine Farbe ist (rot, beige) vorne und hinten ist es geschnürrt, bodenlang und mit gaaaaaaanz grossen Ärmeln.
Und ich finde selbst, es sieht grossartig aus, so lange habe ich mich wohl noch nie im Spiegel betrachtet.
Ich freu mich, habe ich mir doch als ein Ziel gesetzt, in diesem Jahr ein tolles Kleid zu besitzen. Auch wenn es NUR ein Mittelalterkleid ist, ist es dennoch ein richtiges Kleid, da meine anderen Mittelalterkleider eher "bequem" geschnitten sind.

Heute Abend habe ich eine Behandlung, meine Hausärztin hatte noch eine Idee, bin gespannt wie es wird, nach dem Megatief zum letzten Wochenende aus dem ich mich wieder einigermassen rausgewühlt habe, hätte ich gerne mal ein Erfolgserlebnis.

So, und nu muss ich mich noch etwas aufrüschen und dann nen längeren Termin über mich ergegehen lassen.

Dienstag, 10. März 2009

Zum Kotzen oder zum Heulen

Am Freitagmorgen war ich sicher: es ist vorbei, ich bin überm Berg.
Zum Walken hatte ich mich verabredet, eine BOP CD (Bauch-Oberschenkel-Po) hatte ich mir besorgt, alles sollte anders werden.
Ab Freitagnachmittag ging es bergab.
Am Samstag waren die Schmerzen so schlimm, dass ich ab Nachmittag "Kreislauf" hatte.
Mit dem kleinen Chef etwas an die frische Luft gequält, Autodrivein Caches geholt, laut Peter Fox dabei gehört und das erste Eis der Saison von der Stammeisdiele.
Die Schmerzen waren dabei.
Geblutet hat es wieder, an mehreren Stellen.

Zwei Kinder waren noch zum Übernachten da.
Nett war ich zu den Kindern nicht, sie haben mich genervt, mit allem, mit ihren Fragen, ihrem lustigen Kinderlärm und ihrer blossen Anwesenheit.
Ich wollte gemein sein, vermutlich war ich es auch.

Um 20.30 Uhr bin ich ins Bett, die Kinder haben zum Glück ne Stunde später geschlafen.
Am Sonntag, dann wenigstens ein kleiner Ausflug auf einen Frühlingsmarkt und einen kurzcache am Nachmittag.
Ansonsten: nix.
Sitzen, liegen, langweilen.

Meine Laune ist im Keller, ich hab echt die Faxen dick.
Abends noch der Anruf von einer Freundin.
Ich weiss schon lange nicht mehr, was ich mit ihr reden soll. Sie "drohte" mit Besuch ich will aber nicht.

Trotzdem habe ich es geschafft mich fürs Wochenende zu verabreden. In die alte Heimat geht es, die Schulfreundin treffen.
Darauf freue ich mich, besonders da ich weiss, dass ich meine üble Laune in der Zeit wegpacken kann.

Aber mal ohne Scheiss, das MUSS jetzt echt besser werden, sonst schlage ich bald jemanden oder beleidige meine Mitmenschen, damit es ihnen auch schlecht geht.
Meine Produktivität auf der Arbeit liegt derzeit wohl bei ca. 20%. Peinlich.

Nun bastle ich noch etwas fertig, die Schwester hat bald Geburtstag und etwas Selbstgebasteltes ist doch immer am Schönsten oder? :-)

Ach ja, einen zweitägigen Schokirückfall hatte ich auch.
Ich hab sie heimlich gegessen. Das ist auch der hammer, beim nächsten mache ich es öffentlich und das sage ich nun auch dem Gatten, vermutlich werfe ich ihm sonst noch irgendetwas unqualifiziertes an den Kopf. *seufz*

Samstag, 7. März 2009

Gehört: Ralf Kamp: Rabenschwarz - gelesen von Kalle Pohl

Zum Inhalt: Herbie Feldmann hat einen "neben sich herlaufen" nur er sieht und hört Julius, der stets und ungefragt an seinem Leben teilnimmt und dies (bissig) kommentiert.
Herbie hat von seiner Tante Hetti den Auftrag bekommen, ihren gekidnappten Pudel wiederzubeschaffen.
Dabei bleibt es nicht, Herbie und natürlich Julius werden in einen Mordfall verwickelt, erleben skurile Dinge und treffen auf ebenso seltsame Menschen.
Das ganze spielt in der Eifel und wird gelesen von Kalle Pohl und Jürg Löw in der Rolle des Julius.

Mein Urteil: Die beiden Sprecher sind für mich die Idealbesetzung. Jürg Löw als dauernögelnder Julius ist einfach grossartig und rundet Kalle Pohls Lesung wunderbar ab.
Die Hörbücher aus dieser Reihe haben mir bisher alle sehr gut gefallen, dies war der dritte Fall von Herbie und ich werde die anderen beiden bestimmt noch mal hören. Macht Spaß ist kurzweilig und nimmt sich an keiner Stelle ernst.

Freitag, 6. März 2009

Elternabend Nachlese

Es war weniger schlimm als bei den ersten beiden Malen.
Wir waren darauf eingestellt, dass wir Hr. Wichtig blöd finden würden und er hat sich wieder genauso präsentiert, wie es meine Freundin B. und ich unterträglich finden.
Er steht vorne, er ist wichtig, er zappt durch eine Powerpoint (toll, toll, toll) er würgt Nachfragen, ob es zu einer Aktion die ein Refrendar angefangen hat, eine Arbeitsgruppe gibt und dafür eventuell Intressenten gesucht werden mit "Das interessiert uns hier nicht" ab und nun weiss ich entgültig: Das mit der Schule und mir, das wird nix mehr. Ich habe es gestern wieder versucht, ich hätte mich gerne eingebracht, aber man will nicht.
Gut, dann eben nicht, spare ich mir Nerven.

Dann war da noch die Geschichte mit dem Schulausflug: den werden unsere Freunde und wir "übernehmen" die Klasse kommt zu uns ins Mittelalterlager und wir beschäftigen die Kinder für 3 Stunden. Basteln und Werken mit ihnen, zeigen ihnen die Zelte, backen Stockbrot. Nett wie wir sind, spenden wir auch das Material.
Danke wurde gesagt und es ging zum nächsten Punkt.
Ein Kennenlernabend soll veranstaltet werden.
Da konnten unsere Freunde und wir nicht.
Das macht nichts, sagte die Dame, mit dem Mirelle Mathieu Gedächtnisfrisur, irgendwer kann immer nicht.
Es wurde geplant, ich wurde langsam wütend und habe der Klassenlehrerin dann doch meinen Unmut darüber mitgeteilt, dass wir zwei Wochen vorher alle Kinder unterhalten und man im Anschluß auf uns verzichten kann.
Sie sprach es an und liess den Termin ändern. Interessiert hat es die anderen nicht wirklich.
Wir sind Aussenseiter, sagte meine Freundin B. in der Nachbesprechung in unserem Wohnzimmer, wir kommen aus einem Dorf, aus dem sonst keiner kommt.

Nun könnte ich noch einiges über die Schulleitung schreiben, da ich aber nur schreiben wollte, wozu ich auch öffentlich stehen MÖCHTE und nicht mit jedem der zufällig hier vorbeischaut reden will, spare ich es mir und werde wohl die ein oder andere am Telefon damit behelligen. :-)

Gehört: Bernd Stelter - Der Tod hat eine Anhängerkupplung - gelesen von: Bernd Stelter

Meine langen Autofahrten verkürze ich mir gerne mit einem Hörbuch, am liebsten einem Guten. Da ich selbst schon oft nicht mehr weiss, was ich schon gehört habe, werde ich mal anfangen das frisch gehörte aufzuschreiben.

Zum Inhalt: Der Ich-Erzähler trifft mit seiner Familie auf seinem Campingplatz "De Grevelinge" (Herr Stelter hat tatsächlich einen Dauerstellplatz auf dem Campingplatz "De Pekelinge") ein, um den Sommerurlaub dort zu verbringen, doch in diesem Jahr ist alles anders als sonst.
Der Wirt der "Kantine", der Campingplatz Kneipe ist ermordet worden. Kopfüber ist er in der Portapotti Entsorgungsstation gefunden worden.
Schön ist das nicht.
Genauso wie das gesamte "Werk" Und mehr will ich zum Inhalt gar nicht sagen.

Zum Urteil:
Ich bin ja bekanntermassen genauso ein Hardcorecamper wie Hardcore Hollandfan. Besonders Zeeland liegt mir am Herzen, wie Herrn Stelter auch.
Auch Krimis mag ich gern.
Und das Meer und Radfahren und auch den Campingplatz mit seiner neuen Rutsche.
Aber was der Herr Stelter dort zusammen schreibselt ist wirklich gequirtlte Kacke. Gefreut hatte ich mich, dass er über unseren Lieblingsort schreiben wird.

Nun bin ich froh, dass ich das Buch nicht gekauft habe und es als Hörbuch schnell hinter mich gebraucht habe, es dazu aus der Stadtbücherei habe und so kein Geld ausgegeben habe.

Es ist langweilig, es hat unglaublich furchtbare Passagen über das Dauercampen, z.b. wie man das Wasser anschliesst und was der Dauercamper so im Vorzelt stehen hat und über Grillen an und für sich.
Da kann man auch witzig drüber schreiben, siehe Bernds 1. Buch zum Thema (Nie wieder Ferienwohnung) Aber das hier war ganz grosser Mist.

Donnerstag, 5. März 2009

Elternabend

Gleich muss ich zum Elternabend.
Ich möchte mich heute nicht über Herrn Wichtig aufregen.
Auch nicht über den Typen, der uns vor Jahren mal einen Gebrauchten Schrottwagen verkauft hat, mein Adrenalin schnellt immer in die Höhe wenn ich den sehe, aber ich ignoriere ihn schon die ganze Zeit und lasse ihn sich weiter wundern, warum ich zu allen Anderen nett und freundlich bin und ihn noch nicht einmal grüsse.
Ich warte darauf, dass er fragt.
Die Antwort habe ich auswendig gelernt, ich hoffe, ich vergesse sie dann nicht und bringe sie so ruhig rüber, wie ich es geplant habe.
Und wer mich fragt, der bekommt die Geschichte mit dem Auto, dass uns ein befreundeter Autoschrauben nach einem Jahr still gelegt hat, weil es lebensgefährlich war .... ach, ich will gar nicht mehr darüber reden.

Nun suche ich noch mal meine Mitte und mache mich dann auf den Weg.

Mittwoch, 4. März 2009

Gesundheitsstatus - Status Hobby

Abgesehen davon, dass ich völlig ausser Form und Kondition bin, bin ich auch - zum zweiten mal - ohne Verband.
Meine Ärztin meinte, wir wollen es mal versuchen. Ich meinte: ich bin feige.
Wir haben uns geeinigt, dass wir ihren Vorschlag annehmen wollen. :-)
Ausserdem glauben wir, das beide, dass ich langsam, aber vorsichtig mit leichter sportlicher Betätigung anfangen soll/kann.
Mach ich dann auch mal, an mir hängt alles, naja fast.

Heute Nachmittag, wenn der kleine Chef beim Training ist, dann versuche ich mich mal an einer GymnastikDVD. Vermutlich heisst dass gar nicht mehr Gymnastik, da ich aber keine Pilates etc. Spezialkleidung besitze, nenne ich es halt Gymnastik.

Kleidung, auch so ein Problem.
Ober passt ja eigentlich nix mehr, bis auf die Fehlkäufe, die vorher nicht passten und ich aus unerfindlichen Gründen - zum Glück - nicht aussortiert hatte. Mit Hosen wird es auch langsam eng, nicht eng, weit.

Und mein Mittelalterkleid, dass ich mir neu erstellt habe, sieht total kacke aus.
Nach den Kleidern meiner Freundin B. kann ich einfach nicht mehr nachnähen. Ich gönne mir gleich ein Burdaschnittmuster. Dann werde ich verzweifeln, fluchen, es in die Ecke schmeissen, erst etwas anderes machen, es dann wieder holen und am Ende hoffentlich hinbekommen.
Das andere muss ich wieder auftrennen. Mist. Die Zeit wird echt langsam knapp.

Montag, 2. März 2009

Mutterstolz

Die Klassenlehrerin war kurz hier.
Wir hatten etwas auszutauschen.
Heute Abend kam sie vorbei und - wie immer - kamen wir ins Plaudern.
Den kleinen Chef hat sie wieder sehr gelobt, seinen Sprachschatz besonders und als sie uns mitteilte, dass sie sich beim kleinen Chef jetzt schon sicher ist, dass er aufs Gymnasium gehen wird, da waren der Gatte und ich schon ziemlich stolz.
Ach ja.
Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich mich für solche Aussagen über mein Kind entschuldigt und es demütig "hingenommen" Jetzt bin ich stolz und weiss auch, dass ich meinem Kind dabei geholfen habe, es schon viel gefördert habe und es auch weiter fördern werde.
Hätte eine alte Freundin meiner Eltern mir nicht im letzten Jahr die Weisheit mitgegeben, dass die eigenen Kinder "selten nach den anderen Leuten kommen" würde ich mich wohl immer noch entschuldigen.

Endlich

Am Samstagnachmittag sind der kleine Chef und ich zum Cachen aufgebrochen.
Kein Drive in, sondern einer "mit Laufen"
Ich habs mir zugetraut, ich wusste dass es nicht ganz weit sein konnte und so sind wir endlich wieder los.
Das Gerät konnte ich gerade noch bedienen.
Unsere dicken Winterjacken wurden uns schnell zu warm, die Sonne schien, es war wundervoll durch die Felder zu laufen.
Erfolgreich waren wir auch.
Am Sonntag wollten wir den 200. Cache finden, genug Caches in der Nähe gab es, der kleine Chef schwächelte leider, er hatte starke Bauchschmerzen und so haben wir unser Ziel nicht erreicht.

Ich habe gemerkt, dass ich überhaupt keine Kondition mehr habe, woher auch.
Ein Cache führte uns einen Hügel hinauf, um von dort einen Ausblick zu geniessen, ich habe geschnauft wie in der 39. Schwangerschaftswoche.
Habe mir aber gedacht, dass die Kondition bestimmt irgendwann wieder kommt, Hauptsache aus den Narben blutet oder nässt es nicht wieder raus.

Das ist zum Glück auch nicht passiert! Ich freu mich!

Am frühen Nachmittag bin ich dann alleine über drei Basare geschlendert und habe ein paar tolle Sachen für den kleinen Chef gefunden. Interessanterweise erst bei Basar Nr. 3 und wieder bei der gleichen Dame, bei der ich im Winter schon so tolle Sachen bekommen habe.
Der kleine Chef ist sehr stolz über seine coolen Klamotten und war heute morgen sehr enttäuscht, dass er nicht mit seiner neuen Jeansjacke in die Schule gehen durfte.

Freitag, 27. Februar 2009

Das kleine Glück

Das Wochenende steht vor der Tür, zum Glück.
Ich bin müde. Die Woche war anstrengend. Am Montag hatte ich gleich einen sehr schwierigen Termin, der mir viel Energie geraubt hat.
Ich werde halt alt und wenn ich ganz spontan eine Präsentation in englischer Sprache halten muss, dann nimmt mich das mit.
Im Nachhinein weiss ich gar nicht, ob ich es lieber vorher gewusst hätte, vermutlich nicht, denn dann wäre ich wohl so richtig nervös gewesen, irgendwie ist es schon ziemlich lange her, dass ich Englisch gesprochen habe.

Auch das habe ich überstanden, wohl habe ich mich nicht gefühlt, am Ende des Termines fielen mir immer mehr Vokabeln ein, es ist wirklich schade, dass die Sprache so verschüttet wird und dem ganzen unnötigen Wissen, dass ich mir besonders gut merken kann.
(Unnögtiges Wissen 100 ist meine Kategorie)
Gestern gab es zum (fast) Wochenausklang noch ein längers Meeting und anschliessend einen Kundentermin.
Der Ausgang war sehr zu meiner Zufriedenheit und so bin ich trotz dieser blöden Krise ganz gut im Geschäft. Puh!
Die Anspannung vor solchen Terminen ist allerdings immer grösser, ich habe schlecht geschlafen und es in der letzten Nacht immer noch verarbeitet.

Jetzt freue ich mich aufs Wochenende, der Gatte muss auch am Samstag arbeiten, so dass er eigentlich komplett ausfällt. Der kleine Chef und ich werden über ein paar Basare streifen und hoffen ein paar gute Schnäppchen zu ergattern.

Montag, 23. Februar 2009

Gelesen: Horst Evers - Die Welt ist nicht immer Freitag

Horst Evers ist der klassische Sozialversager, ein Looser auf ganzer Linie. Ohne Job, ohne Ziel, ohne Alles.
Der Sinn seines Lebens scheint darin zu bestehen, zu scheitern und sich nicht aufraffen zu können/wollen.
Skurrile und absurde Passagen bestimmen sein Leben.
Welches sich aber bei einer Mittelwertsbetrachtung um einen Nullwert orientiert.

Mein Urteil:
Ansprechendes Cover, die Illustration von Bernd Pfarr sprach mich an.

Mit Kurzgeschichten oder kurzen Episoden habe ich mich schon immer schwergetan.
Mir fehlt in diesem Buch der rote Faden, das Leben des Horst Evers an und für sich, ist für mich nicht durchgängig.

Vielleicht ist es als Klolektüre lustiger, wenn man es dosiert zu sich nimmt, schnell weggelesen ist es sperrig und Horst fängt an zu nerven.

Das Buch bekommt ansonsten durchweg gute Bewertungen, mein Humor wird nicht, mit ganz wenigen Ausnahmen, hier nicht getroffen.

Fazit: muss nicht sein, ich möchte es nicht geschenkt bekommen.


Sonntag, 22. Februar 2009

Neumayer III

Am Wochenende wurde "unsere" neue Antarktis Station eingeweiht.

Ihre beiden Vorgänger sind Opfer des ewigen Eises geworden. Sehr gut erinnere ich mich noch, als ich Dias über Neumayer I ganz exklusiv von einem Überwinterer gezeigt bekommen habe. Es war sehr beeindruckend zu sehen, welche Kraft die Eis- und Schneemassen haben.

Durch diesen persönlichen Bezug zu einem Wisschenschaftler, der schon in der Antarktis überwintert hat und immer wieder zu Expeditionen in diese Region antritt, ist meine Aufmerksamkeit für Berichte über die Region natürlich erhöht, dennoch habe ich das Gefühl, dass das Interesse an Neumeyer III deutlich grösser war, als sonst.

Das Alfred Wegener Institut hat eine ganz schöne Seite und ein Besuch lohnt sich dort immer.
Hier kann man nicht nur die Forschungsstation in der Antarktis anschauen und Wochenberichte der Überwinterer lesen, sondern auch die Fahrten der Polarstern virtuell begleiten.
Wenn alles nach Plan läuft, dann werde ich zu Pfingsten die Polarstern besichtigen können, einen Wunsch den ich schon sehr lange hege, denn als mein "alter" Freund H. zum ersten Mal zu einer Antarkisreise aufgebrochen ist, habe ich angefangen, ein wenig über Expeditionen ins ewige Eis zu lesen.

Den Forschern wünsche ich eine gute Zeit mit ihrer neuen Station und hoffe, dass dieses Stück Ingenieurskunst das hält was es verspricht. Und grüsse mal den Mitlesenden H.

Gelesen: Doris Heldt - Urlaub mit Papa

Zum Inhalt:

Die Hauptperson Christine 45 muss ihren (Arbeits)Urlaub zusammen mit ihrem Vater Heinz verbringen. Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und ihr Vater kann sich nicht alleine versorgen.
Beide brechen zusammen nach Norderney auf, um dort einer Freundin von Christine beim Renovieren unter die Arme zu greifen.

Zum Anspruch:
Keiner!
Das Schöne daran ist: das Buch versucht es auch erst gar nicht. Das kann man anprangern und für den Untergang der Literatur halten oder man nimmt das Buch so, wie es daher kommt, als nette Urlaubslektüre, die einen ab und an laut Lachen lässt.

Natürlich kann ich den Inhalt und besonders die Hauptfigur kritisch hinterfragen, beleuchte ich ihr handeln nach feministischen Aspekten, dann würde ich es wohl gleich wegwerfen müssen und wütend drauf rumtrampeln.

Aber noch mal: diese Buch versucht gar nicht die Welt zu verbessern, noch nicht einmal sie zu erklären, es will unterhalten und das gelingt ihm gut.

Kann man es verschenken oder empfehlen?
Schwierig.
Ich glaube, ich würde mich bemüssigt fühlen, zu erklären, dass ich ein wirklich leichtes Buch verschenke usw. das spare ich mir und warte lieber auf das nächste, welches jetzt an der Reihe ist.

Samstag, 21. Februar 2009

Gelesen: Bjarne Reuter - Das Zimthaus

Zum Inhalt:

Dänemark im Jahr 1959.
Es ist die Geschichte von vier (oder eher fünf) Freunden die sich im Übergang von Kindheit zum Erwachsenwerden befinden.

Verfall und Verlust stehen im Mittelpunkt des Buches.
Zum einen der Verlust der Kindheit, der Märchen und Mythen, der unkomplizierten Kinderfreundschaft und einer Familie.

Der Zusammenbruch der Familie Asmussen, deren (Zimt)haus der gesellschaftliche Mittelpunkt der kleinen dörflichen Gemeinschaft ist, beginnt auf der ersten Buchseite mit dem Unfalltod des Familienoberhauptes.
Ein Jahr lang schafft es die restliche - sehr schratige - Familie das Haus und die (gesellschaftliche) Stellung zu halten, dann müssen sie aufgeben.
Nach und nach verschwindet der geheimnissvolle Glanz des Hauses, bis am Ende davon nichts mehr übrig bleibt.
Ebenfalls gehen die Kräuter- und Heiltränke zur Neige, Porzellan, Gläser, antike Möbel, ausgestopfte seltene Tiere, usw. werden verkauft.

Am Ende ist die ganze Familie verschwunden und die männliche Hauptperson findet nach einem Urlaub mit den Eltern nur noch ein leeres Haus vor.

Mein Urteil:
ein sehr stimmungsvolles und sehr lesenswertes Buch, das einen ein Jahr lang am Leben der Menschen in der Sankt-Laurentius-Allee teilhaben lässt.
Auch wenn der Inhalt traurig klingt und es im Nachklang schon recht melancholisch ist, hat es von Anfang an Freude gemacht, die Menschen in dem Buch kennenzulernen und sie zu begleiten und es ist schwer, sie in die Erwachsenenwelt zu entlassen

Freitag, 20. Februar 2009

Gelesen: Charlotte Weitze: Vom Glück ein Briefträger zu sein

Ich zitiere den "Klappentext" Es ist schon etwas länger her, dass ich das Buch gelesen habe, daher kann ich den Inhalt nicht mehr vollständig wiedergeben.

"Kaspars größter Wunsch ist en Erfüllung gegangen: Er hat eine Stelle als Briefträger bekommen. Kaspar ist Albino und verträgt kein Sonnenlicht. Doch die Post hat einen idealen Ort für ihn gefunden - eine einsame Bergregion in Skandinavien, wo es das ganze Jahr über bewölkt ist und die Uhren ganz ganz anders gehen. Schon bald ist er Teil dieser fremden seltsamen Welt, in der nichts ist, wie es scheint."

Diese andere Welt öffnet sich Kaspar Schritt für Schritt und als Leserin konnte ich mich immer weiter mit dieser spröden Welt und ihrer Bewohner anfreunden.
Ich muss gestehen, beim ersten Versuch habe ich das Buch wieder weggelegt.
Als ich es dann ein paar Wochen später noch mal begonnen habe, war mir völlig unklar, warum ich es nicht gleich gemocht habe.
Es ist eine Geschichte nach meinem Geschmack, die Figuren haben Ecken und Kanten, sind unglaublich präsent, nicht alle liebenswert, aber auch über diese liest man gerne.
Es gibt für mich Bücher, da bleibt etwas übrig, da klingt die Geschichte und ihre Protagonisten noch lange nach, als wären sie real und ich hätte sie tatsächlich kennengelernt und wäre einen Teil ihres Lebensweges mitgegangen.
Das Buch ist preisgekrönt mit dem Dänischen Literaturpreis und das völlig zurecht. Tolle Geschichte, klasse geschrieben.

Geschenkt hat es mir meine Schwester, danke noch einmal dafür

Lesen : David Safier: Mieses Karm

Die ein oder andere Buchbesprechung hatte ich schon in meinem alten Blog, ich möchte es hier gern gesammelt habe, genauso wie ich meine gelesenen Bücher gerne ummich versammle.

Das Cover ist ansprechend, ich gestehe ganz offen, werde ich hier überhaupt nicht angesprochen, lasse ich ein Buch eher liegen.

Auszug aus der Beschreibung:

"Nichts hat sich Moderatorin Kim Lange mehr gewünscht als den Deutschen Fernsehpreis. Nun hält sie ihn triumphierend in den Händen. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer russischen Raumstation erschlagen wird.
Im Jenseits erfährt Kim, dass sie in ihrem Leben sehr viel mieses Karma gesammelt hat....."

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Unsere Meerschweinchen habe ich am nächsten Tag auch mit anderen Augen angesehen. :))

Die Geschichte ist flüssig geschrieben, schafft es nicht ins Kitschige abzudriften, auch wenn ich gestehe, dass ich am Ende richtig dicke Tränen vergossen habe.
Ein paar mal habe ich laut lachen können und so erfüllt das Buch genau den Anspruch den ich hatte.
Die Idee hat mir ebenfalls gut gefallen und ich hatte das Gefühl mal wieder etwas "Neues" gelesen zu haben.

Gut zum Verschenken und selbst lesen.

Einziger Nachteil, beim ersten Lesen des Vornamen "Kim" hatte ich die grauenhafte Kim Fischer vor Augen, leider konnte ich das auch nicht mehr loswerden. :))

Historisches und wieder erwischt

Wir gehen in die nächste Erkältungsrunde.
Der kleine Chef hat die ganze Nacht gehustet und geschnieft, bis die Nase blutete und so liegt er jetzt im Bett, im neuen Schlafzimmer und geniesst die Wärme und den Tag.
Ich gönne es ihm, gestern war er schon sehr angeschlagen, hat sich aber auf meinen Wunsch durch den Tag gequält, weil ich unmöglich zu Hause bleiben konnte.

Ich verharre gerade in einem Stillstand. Es geht - zum Glück - gerade nicht bergab, aber auch nicht wirklich bergauf.
In der nächsten Woche schauen meine Hausärztin und ich mal, ob wir das Antibiotikum wieder versuchen abzusetzen.
Mir ist es ziemlich wurscht wieviele Tabletten ich schlucke, mir geht es mit den Tabletten gut, ohne sie gings schlecht. Schaun mer mal.
Ausserdem lassen wir vielleicht den Verband weg, aber auch das hat Zeit bis Mittwoch. Die Wunde hat sich deutlich geschlossen, es läuft auch nichts mehr raus, aber ich bin ziemlich feige geworden, was das betrifft. So hatte mich das letzte Wir-lassen-mal-den-Verband-weg, doch arg nach hinten geworfen.

Langsam muss echt was geschehen, mein Gewicht befindet sich zur Zeit auf einem historischen Tiefstand, allein: man sieht es nicht. Ich finde eher, dass es genau anders herum aussieht.

Wie kann das angehen? Meine Theorie: ich habe Muskelmasse abgebaut, da mein Rücken nicht mehr soviel zu tragen hat und ich mich auch überhaupt nicht mehr bewege, auch kein Powerputzen in Rekordzeit mehr. Nix.
Das ist doch alles Mist. Heute vor vier Monaten war die OP.

Gelesen: Arto Paasilinna - Zehn zärtliche Kratzbürsten

Der Chef eine florierenden Industrieunternehmens, Rauno Rämekorpi, feiert seinen 60. Geburtstag.
Er bekommt sehr viele Blumen und Geschenke überreicht, sieht sich nach der Feier in der misslichen Lage, die Blumen wieder loswerden zu müssen, da seine Frau allergisch auf diese reagiert.
Wegwerfen möchte er sie nicht, also begibt er sich mit einem Taxi voller Blumen, Champagner und Kavier auf die Reise durch Helsinki und verteilt seine Gaben an seine verflossenen Liebschaften.

Nach den ersten drei Aufeinandertreffen habe ich befürchet, dass das Buch seinem Titel gerecht werden möchte und ich noch weitere Zusammenkünftige werde mitverfolgen dürfen.
Aber bei einer Runde blieb es nicht, da die Rundreise so erfolgreich verlief, planen Fahrer und Chef eine Wiederholung zur Weihnachtszeit. Und nocheinmal erleben wir den Herrn Direktor und seine Damen.

Kerlokiste war das Buch schlecht.
Die Buchhändlerin meines Vertrauens hat es mir empfohlen, ich befürchte, ihr ist nichts mehr eingefallen, was sie mir raten konnte. Auf der Rückseite verspricht Länstidningen Östersund auch "Ein Festmahl für alle Freunde des skurrilen Humors."
Entweder liegt mir der skurrile finnische Humor nicht oder einen ältlichen Herrn bei (schlechten) schnellen Nummern zu beobachten ist einfach nicht witzig.

Nun knibbel ich den Aufkleber "Spitzentitel" ab und stelle es nach hinten ins Bücherregal

Freitag, 13. Februar 2009

Elternsprechtag

Wir waren heute die letzten die drankamen.

Damit wir so lange reden können, wie wir wollen, teilte mir die Lehrerin mit.

Im Nachhinein hätte ich das Gespräch gerne auf Band aufgezeichnet, sie war voll des Lobes für den kleinen Chef. Er würde am besten lesen, es wäre super wie er fremde Texte liest.
Keine Überraschung für mich, schliesslich weiss ich wie gut er liest und ich weiss auch, dass das nicht vom Himmel gefallen ist. Bücher gehören bei uns zum Alltag, sie sind überall und dauernd liest jemand etwas.
Kein Wunder, dass das abgefärbt hat.
Inzwischen liest er sogar abends im Bett nach dem Vorlesen noch alleine weiter.

Auch in Mathe ist er gut, zwar nicht der Beste, aber vorne mit dabei. Ausserdem wäre er freundlich, hilfsbereit, beteiligt sich am Unterricht.
Mutterherz was willst du mehr.

Dann haben wir noch den nächsten Schulausflug besprochen. Die Klasse wird uns im Ritterlager besuchen. Am Tag vor der offizielen Eröffnung der Spiele kommt die Klasse am morgen zu uns ins Lager.
Wir werden zusammen filzen oder Speckstein bearbeiten, Stockbrot backen, Zelte anschauen usw.
Sie freut sich sehr, dass wir sie unterstützen und ich freue mich, dass sie in dem Rahmen den sie hat versucht etwas zu gestalten.

Frust haben wir auch besprochen, in den meisten Punkten sind wir uns einig und ähnlich frustriert.

Neues hatte sie auch zu berichten, noch nichts offizielles, und schön ist es auch nicht. Die Klassenlehrerin hatte sich stark dafür eingesetzt, dass Mittel aus dem Konjunkturpaketen für die Schule frei gemacht werden.
Leider erfolglos.
Es wird nichts mehr in die Schule investiert.
Sie wird neu gebaut.
Geplantes Ende der Baumassnahme: in ca. 4 Jahren.
Dann können wir uns für die anderen freuen.

Und jetzt küsse ich noch mal das tollste Kind der Welt ab!
Ich liebe Elternsprechtage! :-)

Erwartungen

Der Tag beginnt, die Erwartung erwacht.

Viele ergeben sich zwangsläufig aus dem Tagesablauf und dem Alltag heraus, sind selbstverständliche Routine geworden. Manche sogar liebgewordene, auch wenn mir jetzt gerade keine einfällt.

Nicht nur am mich werden täglich Erwartungen von allen Seiten gestellt, auch ich erwarte täglich tausend Dinge und sei es nur, dass der Autofahrer vor mir bei grün an der Ampel losfährt.

Ohne Erwartungen geht es nicht und ohne gegenseitige Erfüllungen ebenfalls nicht.

Aber dann gibt es welche, die mich überraschen, erstaunen, einschränken, abschrecken, mich auf eine Ebene stellen, auf der ich nicht stehen mag. Vermittelt mir der Erwartungssender, dass er sich auf der Erwachsenenebene befindet und mich auf eine Kindebene schickt, dann mag ich keiner Erwartung nachkommen, dann betrachte ich sie auch viel kritischer als ich es normalerweise getan hätte und würde am liebsten (trotzig, schliesslich bin ich schon in der Kinderrolle) ins Gegenteil verfallen.

Manchmal denke ich, ich bin alt, ich mag keine Erwartungen mehr erfüllen müssen. Cool sein muss ich auch nicht mehr, zumindest nicht mehr so doll, naja ganz uncool geht halt auch gar nicht.

Aber für andere etwas darstellen wollen, müssen mag ich auch nicht mehr.

Gestern hatte ich im Job eine klare Erwartungshaltung. Wenn man mit drei Firmen bei einer vierten Firma zu Gast ist und dort etwas präsentiert, bespricht und Lösungen sucht, eine der drei Anwesenden firmen auch noch Unterstützung anbietet, ohne davon etwas "zu haben" dann erwarten alle Gäste, dass man bewirtet wird, besonders wenn die Agenda von 9.30 bis 15.30 Uhr angesetzt ist.
Ein kleiner Mittagsimbiss ist hier üblich, zumindest Plätzchen, aber nichts dergleichen, sogar nach der zweiten Kanne Kaffee musste nachgefragt werden. In der Mittagspause verliess der Gastgeber den Besprechungsraum und lies die Gäste zurück.
Erwartungen nicht zu erfüllen, kann sehr peinlich sein. Von der Weihnachtsgeschenkeliste ist dieses Unternehmen gestrichen! Und die Rabatte senke ich ebenfalls sofort!

Dienstag, 10. Februar 2009

Erwischt

Uns hat es auch erwischt.
Ne schöne fette Erkältung hat sich in der Kleinfamilie eingenistet.

Das Wochenende haben wir vegetiert und nun versuche ich die ganze Zeit NICHT zu husten.

Das nervt doch. Natürlich hat es sich wieder deutlich verschlechtert.

Am Sonntag habe ich mich vor der Wundversorgung betrachtet. Schön sieht es nicht aus. Vorher war es auch nicht schön, aber gewohnt unschön, nun ist es ungewohnt unschön. Eher hässlich.
Zeigen würde ich mich so nirgends.
Der Gatte hat noch Hoffnung, dass es schöner wird, vielleicht hat er mich auch angelogen, um mich aufzubauen, ich weiss es nicht.
Er hat mir allerdings zugestimmt, dass es jetzt nicht gut aussieht.

Es macht mich müde, dass es nicht voran geht, wenns wenigstens verheilen würde, könnte ich mit "nicht so schön" leben, aber ich möchte gerne wieder Freizeitaktivitäten nachgehen können, nur auf der Couch zu sitzen und zu sticken ist auf Dauer echt langweilig, dafür habe ich nun sehr viele neue Produkte für unseren Stand bei den Ritterspielen.

Freitag, 6. Februar 2009

Wellenbewegungen

Noch immer geht es auf und ab.
Gestern ging es mir wieder sehr schlecht. Ich konnte wieder nur noch schleichen, musste festhalten und hatte wieder das Gefühl: das alles will nicht zu mir gehören.

Das Antibiotikum hatte ich für zwei Tage nicht genommen, nun nehme ich noch mal knapp eine Woche die 6 Tabletten pro Tag und heute morgen geht es schon wieder besser.

Es wird wieder ein ruhiges Wochenende vor mir liegen, vielleicht werde ich etwas nähen, die beiden Gewänder für den kleinen Chef möchte ich gerne fertigstellen.
Aber wenns nicht klappt, dann beschäftige ich mich einfach weiter mit meinen kleinen Arbeiten für unseren Stand beim nächsten Mittelaltermarkt.
Filzen kann ich leider immer noch nicht, die Bewegungen sind einfach noch zu ruckartig, so sitze ich weiterhin hier rum und besticke ein paar Lavendelsäckchen oder ein Lesezeichen oder wie jetzt gerade ein besonderes Kuschelkissen für den kleinen Chef.
Leider fehlt mir eine bestimmt Garnfarbe, das schliessende Handarbeitsbhaus am Ort hat diese Farbe nicht mehr und gestern musste ich feststellen, Stickbedarf gibt es dann im Ort nicht mehr. Im Nachbarort auch nicht, bei Karstadt in der nächst grössten Stadt auch nicht. So werde ich mich mal in die andere Richtung orientieren.

Entweder reisst die Ladenschliessung wirklich eine schmerzliche Lücke in den Handarbeitsbedarf - abgesehen vom Nähzubehör, da sind wir hier übervorsorgt - oder es stickt einfach keiner mehr.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Mehr auf als ab

Nach der körperlichen Talfahrt am Freitag habe ich am Samstag fast nur gelegen.
Den Sonntag habe ich ähnlich gestaltet, ein gemütlicher Besuch im Kino (Bolt) und ein Nachmittagsbesuch bei unseren Freunden nebenan.
Dort habe ich wenigstens zwei Gewänder für den kleinen Chef zugeschnitten bzw zuschneider lassen, so gut ging mir einfach nix von der Hand.

Aber dann am Dienstag...
ich wache auf, ich stehe auf, ich gehe ins Bad, ich pfeife vor mich hin und dann merke ich: ich bin schmerzfrei, zum ersten mal!
Angehalten hat es bis ca. 11 Uhr, aber immerhin *aufholzklopf*

Meine Hausärztin hat heute daraufgeschaut und war ganz zufrieden, wir machen so weiter, haben wir beschlossen.
Noch mal ne Runde Antibiotikum und weiter unser neues Verbandkonzept.

Innerlich reize ich schon wieder Bäume aus und habe mich zum Probetraining angemeldet, äusserlich bleibe ich aber ganz gelassen und entspannt und werde auch NICHT die Fenster putzen.

Samstag, 31. Januar 2009

Auf und Ab

Kurz ging es besser, seit gestern Nachmittag wieder deutlich schlechter.

Es fiel mir schwer den kleinen Chef zum Taekwondo zu bringen, noch schlimmer war das Abholen, mit Warterei.
Ich hätte heulen können, mich auf den Boden legen, alles festhalten.

Zu Hause hatte ich schon die warme Höhle vorbereitet, in die haben wir uns dann zurückgezogen, das war gut fürs Gemüt.

Bewegt habe ich mich an dem Tag gar nicht mehr. Retterspitz habe ich wieder weggelassen, dafür das bewährte Kühlakku wieder herausgeholt.

Heute habe ich auch die Hausarbeit fast vollständig liegen lassen, bis auf ein paar Handgriffe im Bad und der Küche, der kleine Chef hat gesaugt und so sieht es wenigstens einigermassen aus.

Einkaufen kann ich auch nicht mehr alleine, da muss der Gatte nachher ran, wenn er von der Arbeit wiederkommt.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Träume/Schäume

Es gibt Träume, die müssen einfach Träume bleiben.

Ganz konkret: Es gibt bei uns im Ort einen Laden, die Besitzer hören nach 40 Jahren altersbedingt auf und suchen einen Nachfolger.
Mode und Handarbeit.
Altbau, zwei grosse Räume, plus Büro, Toilette und Lagerraum.
Ein Bastel- und Handarbeitsgeschäft, auch wenns noch so spiessig und Hausfrauenkrammässig klingt, wäre genau das, was ich gerne machen würde.
Wusste ich vorher nicht, habe ich herausgefunden, nachdem ich mich dreimal mit dem Besitzer unterhalten habe.

Ich glaube sogar, dass ich ein recht gutes und stimmiges Konzept im Kopf habe, um den Laden etwas zu verändern, so dass die alte Kundschaft erhalten bleibt, aber neue gewonnen wird. Ich wüsste sogar schon, wen ich als Mitarbeiterin gewinnen wollte. Selbst Aushilfen hätte ich schon im Kopf und ein Rahmenprogramm für die ersten Monate.
Bastelvorführungen, Mitbastelaktionen im Laden,....

Warum versuche ich es nicht?
Es ist ganz einfach. Wir haben kein Kapital. Null nix. Wenn ich richtig nachdenke, wie knapp wir eigentlich leben, dann müsste ich wohl nachts wieder wach liegen.
Fällt einer von uns aus, dann ist es nach zwei Monaten eng mit der Hausfinanzierung. Es ist kein Puffer da, geschweige etwas, um was neues aufzubauen, was dann auch sofort laufen müsste, um hier meinen Anteil zum Lebensunterhalt weiter einzubringen.
Das Gattengehalt reicht dafür leider nicht aus, auch wenn er jeden Samstag zusätzlich losziehen würde und noch den Sonntag ebenfalls.
Ich bin nicht so ein risikobereiter Typ, wäre ich alleine, dann wäre es etwas anderes, aber mit Familie und Haus, ist es anders und könnte ich wieder froh werden, wenn ich meinem Sohn erklären muss, dass wir das Haus verlorgen haben, weil ich einen Laden nicht zum Laufen gebracht habe?

Auch wenns ne schöne Idee ist und ich an meinem Job nicht hänge, es ist ein Traum und der wird es bleiben, das Risiko ist zu gross.
Zumindest jetzt.
Vielleicht ändert es sich mal, wer weiss.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Gelesen: Maarten t Hart: Der Psalmenstreit

Die Geschichte um den ReederRoemer Stroombreker beginnt im Jahre 1739 in Maaluis.

Roemer verliebt sich als Junge in eine Netzflickerin heiratet aber auf das Geheiss seiner Mutter die reiche Diderica, bekommt dafür zwei weitere Schiffe und führt eine unglückliche Ehe, die nie vollzogen wird und dementsprechend kinderlos bleibt.

Einen Sohn zeugt er dennoch mit seiner grossen und unerfüllten Liebe.
Die historische Rahmenhandlung ist der sogennante Psalmenstreit, ein für den Leser der heutigen Zeit kaum nachvollziebarer Grund für Unruhen.
Ein Teil der Gemeinde, die besser gestellten wohlhabenden hängen an einer traditionellen, langsamen und sehr getragenen Singweise während des Gottesdienstes, die armen Fischer, Netzflicker und einfachen Handwerker sind Anhänger einer neuen, schnelleren Singweise.
Darüber entbrennt ein heftiger Streit in Maasluis und dem gesamten Land. Es kommt zu Plünderungen, Verwüstungen, Handgreiflichkeiten und Angriffen.

Die Redelsführer werden verbannt u.a. der Sohn des Roemer, der nicht weiss, wer sein Vater ist. Beide stehen auf gegenerischen Seiten, Roemer versucht immer wieder seinem Sohn zu helfen, scheitert aber aus unterschiedlichen Gründen.

Für Roemer und seine grosse Liebe gibt es zum Teil ein Happyend, Roemer, der schon immer unter Schlaf- und Ruhelosigkeit leidet, nicht vollständig, zu gross ist die Sehnsucht nach dem Sohn.

Mein Urteil: Ein echter ´t Hart, auch wenn er es mir am Anfang nicht so leicht gemacht hat, wie es mir sonst ergeht. Es brauchte ein bisschen, um mir den Inhalt des Psalmenstreites näher zu bringen und die ewigen detailfreudigen Debatten zum Thema sind sehr sperrig.
Dennoch ist Roemer eine Hauptfigur die so klar und deutlich vor einem steht, dass man ihr am liebsten die Hand reichen würde.
Es kann nicht nur daran liegen, dass ich zur Heimat von Maarten ´t Hart so eine grosse Verbundenheit fühle, dass ich jedes seiner Bücher und Figuren ins Herz schliesse, schratig und eckig und kantig wie sie stets sind, er ist einfach ein ganz grossartiger Autor.
Verschenken würde ich es wohl nicht, obwohl mir gerade einfällt, dass es meiner Freundin Barbara gefallen könnte.

Selbstmitleid

Bestimmt ist Selbstmitleid nicht schlau oder rational oder sinnbringend.

Aber ich fühle es nun mal und mag mich dafür nicht rechtfertigen. Warum sollte ich auch?

Gleich gehe ich zum Verbandwechsel, dann gibt es ein neues Antibiotikum und gestern habe ich Auflagen mit Retterspitz gemacht.
Tat gut.

Geschlafen habe ich etwas besser.
Geweint habe ich etwas mehr.

Dienstag, 27. Januar 2009

Schmerzen, Angst, Frust

Gestern war es schwer im Büro nicht in Tränen auszubrechen.
Jeder Gang war eine Qual, von der An- und Abreise gar nicht zu sprechen. Ich kann eigentlich gar nicht vernünftig am Tisch sitzen, ein Mittagessen ist schon zu lang.
Aber wieder ein Krankenschein?
Nein, das geht einfach nicht.
Dafür bleibe ich heute und morgen im Homeoffice, das ist eine Möglichkeit mit der wohl alle leben können.

Meinen OP Arzt habe ich ebenfalls angerufen.
Wir wollten am Abend noch einmal telefonieren, damit ich ihm genau mitteilen kann, ob mir meine Hausärztin ein geeingetes Antibiotikum verschrieben hat.
Er wäre ja bis zum späten Abend zu erreichen.
Leider wurde wohl irgendwann ein AB eingeschaltet, so habe ich ihn ab 17 Uhr nicht mehr erreicht. Über die Zentrale ging auch nichts.
Am Morgen hat er endlich mal mit der Sprache rausgerückt, wann so eine OP "eigentlich" verheilt sein müsste. Nach 6 Wochen! Da bin ich sehr weit drüber.
Leid würde es ihm tun.
Glaube ich sogar, aber dass ich ihn am Abend nicht erreicht habe, hat mich schon sehr angekotzt.

Der Gatte zweifelt wohl auch langsam an der Richtigkeit der OP, redet aber nicht wirklich mit mir darüber, macht es auch nicht leichter.

Überhaupt ist es schwer zu reden.
Schliesslich habe ich mich ja selbst dazu entschieden und habe mich vorher beklagt.
Aber hätte ich es mir so ausmalen können?
Vorher war ich behindert, eingeschränkt und jetzt?
Es kommt mir so vor, als würde ein Trümmerhaufen an mir hängen, der sich noch überlegt, ob er überhaupt dort bleiben will.

Mir fehlt es auch so mit dem kleinen Chef zu kuscheln oder zu kleine Kämpfchen zu machen, vom ehelichen Miteinander brauche ich gar nicht erst anzufangen.

Kacke, echt!
Und nun versuche ich wieder meinen Arzt zu erreichen.

Freitag, 23. Januar 2009

Weiterhin schlecht

Die Überschrift stimmt nicht so wirklich, mir geht es eher schlechter, als schlecht.

Erst heute konnte ich zu meiner Ärztin, ich habe ihr gezeigt was mir Sorgen bereitet und
sie fragte: Wie halten sie das aus?
Meine Antwort: in den letzten Tagen weine ich ab und an.

Wir haben dann den Verlauf der Verschlechterung besprochen und gemeinsam überlegt wie wir weiter vorgehen könnten.
Vor zwei Wochen war es schon viel viel besser, richtig verschlechtert hat es sich, als ich die Pflaster nicht mehr geklebt habe.
Das hatte ich am Anfang der Woche schon wieder eingeführt, weil ohne gings gar nicht.

Sie hatte noch eine Spezialfeuchtigkeitspflasterding und das haben wir mal an die Stelle gelegt.
Ein Antibiotikum und Schmerztablette nehme ich nun.
Am Mittwoch schaut sie es sich wieder an und dann sehen wir weiter.
Leider hat sie mir meine Vermutung gestätigt, die eine Narbe, die sich sehr unschön verändert hat, wird nicht mehr dolle werden, allerdings ist das gerade auch meine kleinste Sorge.

Die Woche, die nun zum Glück arbeitsmässig fast vorbei ist, war furchtbar anstrengend, ich habe bestimmt 1.300 Kilometer im Auto verbracht, hatte richtig lange Reisen dabei und konnte nichts absagen.
Nun bin ich erschöpft, mutlos bin ich auch etwas, die Frage: habe ich das Richtige gemacht? lässt sich nicht wirklich unterdrücken.

Dienstag, 20. Januar 2009

Besser? - Schlechter!

Nun sind drei Monate ins Land gegangen.
Vermutlich waren meine Vorstellungen inzwischen schon die ersten Runden ums Dorf gejoggt zu sein, zu ergeizig, aber dass es mir heute so gehen wird, wies mir geht, hätte ich auch nicht gedacht.

Noch immer ist nicht abzusehen, wann endlich der Heilungsprozess abgeschlossen ist, gerade befinde ich mich eher wieder auf dem Rückschritt.
Nach dem letzten Kontrolltermin und der Pflasterverbandunfall, hatte ich mit der dadurch entstandenen Wunde auf der einen Seite zu kämpfen, das ist inzwischen verheilt, dafür ist die andere, die eh schlechtere Seite, noch wieder viel schlechter geworden.
Die Schwellung ist wieder grösser geworden und die Schmerzen sind wieder da. Auf der Arbeit fiel es mir gestern wieder schwer den ganzen Tag gerade am Schreibtisch zu sitzen.
Auf der Seite kann ich ebenfalls wieder nicht mehr schlafen, ich hatte mich so sehr gefreut, dass es ein paar Tage lang möglich war.

Das Vertrauen in meinen Arzt wurde dabei nie erschüttert, er hat sein bestes gegeben und an seiner Behandlung liegt es nicht, es ist mein Körper, der mir die Probleme bereitet und langsam aber sicher zerrt es an den Nerven.

Ich war/bin geduldig, ich habe mich/werde mich schonen, aber langsam muss echt mal gut sein.

Montag, 19. Januar 2009

Ein grosses Ziel

Zur Zeit befindet sich meine (nicht alte) Schulfreundin A. im Skiurlaub, sie erfüllt sich zu ihrem Runden Geburtstag einen grossen Traum.
Ich hoffe, dass der Urlaub mindestens so toll war, wie sie es sich vorgestellt hat.

Als wir über ihren Traumerfüllungsurlaub und meine Zielerreichung durch OP im letzten Jahr sprachen, haben wir überlegt, dass wir nun etwas neues brauchen.
Nicht so ein Kleinkram, den man sich zum Jahreswechsel vornimmt, sondern wieder etwas richtige, soetwas wie ihre Reise und meine OP im letzten Jahr.

Nun habe ich ein paar Tage überlegt und mir ist etwas eingefallen, es gibt zwei Dinge, die ich bereut habe, bisher noch nicht gelernt zu haben.
Eigentlich hatte ich immer gedacht, dass ich da mental schon einen Haken drangemacht habe, aber selbst mit 40 werde ich weder die Rente einreichen, noch mich zum sterben auf die Couch legen.
Auf der Couch könnte ich dann noch ein paar Werke von Shakespeare lesen - was auch noch auf der Liste steht, aber das hat noch Zeit.
Nun zu meinen beiden Versäumnissen.
1. ich habe kein Instrument vernünftig gelernt, Blockflöte in der Schule oder Gitarrenakkordeklimperrei am Lagerfeuer, zählen einfach nicht. Ich meine RICHTIG spielen, mit strengem Unterricht in der Musikschule, mit Konzert in der Schulaula oder soetwas
und
2. Ich habe keinen schwarzen Gürtel in einer Kampfsportart. Beim Judo bin ich nur bis zum grünen Gürtel gekommen und dort werde ich nicht mehr anknüpfen können.

Wenn es körperlich endlich möglich ist, werde ich ein Taekwondo Probetraining machen, ich habe nun ein paar mal beim kleinen Chef zugesehen und wähle das als neues Ziel aus.
Ob ich bis zum 50. einen schwarzen Gürtel tragen werde bzw. der Sport überhaupt meine Sache ist, ist gerade schwer abzuschätzen.
Endlich wieder ein Ziel.
Bin gespannt was sich meinen Schulfreundin ausdenkt.