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Montag, 14. März 2011

Nicola Förg: Tod auf der Piste - Alpen-Krimi

Wieder mal ein Alpenkrimi, einer der drei Förg Krimis, die ich im Weihnachtsurlaub gelesen habe und die sich immer noch auf dem Schreibtisch stapeln und endlich besprochen und dann verräumt werden wollen.

Zum Inhalt: Auf der Kandahar-Piste wird ein Toter gefunden, ermordet durch Kopfschuß. Verwunderlich ist, dass der Tote ein altmodisches Skioutfit trägt und eine WM Startnummer von 1978.
Die ermittelnde Kommisarion ist Kathi Reindl und hier ist es ganz einfach: Entweder man mag sie oder findet alles furchtbar platt und einen zu sehr draufgesetzt.
So ist es bei den meisten Alpenkrimis, endweder sieht man die Ironie, die die Autoren in ihren Stereotypen verbergen oder man findet alles ganz furchtbar platt, gemein und ärgerlich.
Fazit: Eine unterhaltsame Urlaubsliteratur, die mir umsomehr gefallen hat, da ich im Werdenfelser Land sehr gerne Urlaub mache und mir die Orte bekannt sind

Sonntag, 13. März 2011

Gelesen: Mary Ann Shaffer: Deine Juliet

Zum Inhalt: In London kurz nach Ende des 2. Weltkrieges bekommt die Schriftstellerin Juliet einen Brief eines jungen Bauern der auf der Insel Guernsey lebt.
Zwischen Juliet und dem Bauern Dawsey entsteht ein reger Briefwechsel, in dem sie vom Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf" Schnell ist klar, dass Juliet nach Guernsey reisen wird und nimmt uns mit auf die Insel mit unterschiedlichen Menschen, die von der Autorin alle derart lebendig dargestellt werden, dass ich mir bis heute nicht sicher bin, ob es sich tatsächlich um reine Fiktion handeln soll.
Es ist keine heiter leichte Liebesgeschichte ala Rosamunde Pilcher, die Erlebnisse der Inselbewohner im 2. Weltkrieg und die Belagerung der Deutschen sind sehr prägend und es gibt nicht immer ein Happy End.
Als roter Faden zieht sich durch den Roman, der ausschließlich in Briefform geschrieben ist, ist die Liebe zur Literatur und ich habe mich über den ein oder anderen Literatur"tip" gefreut, dem ich gerne zustimmen konnte.


Ein unglaublich tolles, warmes Buch, dessen Schreibstil mir sehr gut gefallen hat.
Fazit: Lesen und verschenken 
Ich selbst hätte das Buch nie gekauft, der Titel ist grauenhaft und Bücher, die nur aus Briefen bestehen finde ich furchtbar :-)
Danke an meine Schwester, die es mir geschenkt hat.

Samstag, 12. März 2011

Gelesen: J. Fedler und K. Volk : Weiberabend

Das Buch hat mir eine liebe Freundin zu Weihnachten geschenkt und ich habe mich sehr gefreut, da mich Thema und der ansprechende Umschlag gleich angesprochen haben (Ich stehe auf Äußerlichkeiten bei Büchern)


Ein Weiberabend: Eine Reihe sehr unterschiedlicher Frauen trifft sich in einen freien Haus zu einer Pyjama-Party.
Im Laufe des Abends werden viele Dinge angesprochen, besonders das Muttersein mit seinen Höhen und Tiefen steht im Mittelpunkt. Tabus werden gebrochen und hier fing ich an das Buch nicht mehr zu mögen.
Kinder körperlich zu züchtigen, sei es auch nur der sogenannte kleine Klapps, sind für mich ein absolutes NO-GO! Ebenfalls Alkohol während der Schwangerschaft ist für mich nicht nachvollziebar. Mit beiden Themen wird so umgegangen als wäre es völlig abwegig während der Schwangerschaft auf Alk zu verzichten. Die Schwagerne in der Runde muss sogar zwischendurch kotzen gehen, um dann weiterzutrinken.
Ich will hier keinen erhobenen Zeigefinger heben, aber ich hatte eigentlich gedacht, dass es ein paar Dinge gibt, die frau einfach nicht macht und die in der Erziehung keine Rolle mehr spielen dürften.

Ein weiteres Problem mit dem Inhalt: die Autorin glaubt, dass an ihr eine Spitzenköchin verloren gegangen ist. Ja, ich esse auch gern, oft auch zu viel und auch nach dem sattsein, kann ich noch einen Nachtisch essen und ich weiss gutes Essen sehr zu schätzen, aber nicht jede Mahlzeit muss ein Orgasmus sein. Die Ich-Erzählerin übertreibt es und nervt nach einer Zeit.

Fazit: Das Buch habe ich schnell durchgelesen, es hat mich zum Teil unterhalten und gerne würde ich mit einer anderen Mutter mal darüber reden, wie sie es empfunden hat.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Gelesen: Dieter Moor - Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht

Dieter Moor ist als Moderator großartig und ein Mensch  mit dem ich gerne mal unterm Apfelbaum einen trockenen Rotwein trinken möchte.
Daher habe ich sein Buch sofort gekauft, als ich es in meinem Stammbuchladen entdeckt hat.
Als meine Lieblingsbuchhändlerin sehr verhalten reagiert hat, als ich sie fragte: Und, ist das was für uns? (wir haben einen ziemlich ähnlichen Buchgeschmack) hätte es mir ein Zeichen sein sollen, was ich aber ignoriert habe.

Zum Inhalt: Dieter Moor zieht aufs Land in die ehemalige Zone und erlebt dort Geschichten und Geschichtchen.
Die sind zum Teil ganz nett, aber mehr als ganz nett halt auch nicht. Wie das ganze Buch.
Würde ich Dieter Moor nicht so dufte finden, hätte ich es wohl nach der Hälfte weggelegt, so habe ich es abgearbeitet.
Den Rotwein würde ich immer noch gerne trinken, aber ich glaube, er ist ein Geschichtenerzähler, kein Geschichtenaufschreiber.
Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht, im Bücherschrank darf es stehen bleiben

Sonntag, 6. Februar 2011

Gelesen: Tony Hawks Mit dem Kühlschrank durch Irland

In durchzechten Nächten entstehen schon mal gute oder seltsame Ideen
- (ich bin selbst mal für eine Woche nach Monaco gefahren, nur weil ich nach x Pils bei einer langweiligen Party gesagt hatte, dass ich dort noch nie war) -
oder Wetteinsätze.
So geschieht es Tony Hawks, der eine Wette verliert und so verpflichtet ist innerhalb von vier woche die Küste Irlands entlang zu trampen. Soweit so unspektakulär, müsste er nicht auch noch einen Kühlschrank mitsichführen.
Klingt bekloppt, ist es auch.
Herausgekommen ist eine wundervolle Geschichte, es menschelt, es bringt Land und Leute näher, es läßt den Wunsch aufleben, auch wieder "jung" und bekoppt zu sein und es dem Erzähler nachzumachen.
Eine schöne Alternative zum Pilgern auf bekannten Pfaden.
Mir hats gefallen, verschenkt habe ich es auch schon einmal.


Freitag, 4. Februar 2011

Gelesen: Gerwens & Schröger: Anpfiff in Kleinöd

Und nun zu meinem ersten Krimi vom Autorenteam.

Das verschlafene Kleinöd rückt ins öffentliche Interesse, denn das Los hat entschieden, dass Kleinöd im DFB Pokal gegen S04 spielen wird.
Die männlichen Einwohner von Kleinöd haben nichts anders im Kopf und als selbst fussballbegeisterte, hat mich die Fußballnebengeschichte erfreut.
Ins Stadion der Löwen geht es auch.
Dennoch ist die Welt nicht in Ordnung in Kleinöd, eine furchtbar zugerichtete Leiche wird im Wald gefunden. Der Tote, ein "Schamane" der von vielen Frauen des Dorfes als Heiliger verehrt wurde, gibt der Kommisarin F Hausmann rätselt auf.
Alle möglichen und unmöglichen trügerischen Dorfidyllklisches werden bedient. Die nicht angepasste Künstlerin, der unfähige und ungepflegte Dorfpolizist, die braunen Jugendlichen, trinkende Russlanddeutsche, die gewöhnlichen Dorfspiesser,....
Ich habs gerne gelesen, kann aber nicht sagen warum.
Es gibt keine wirkliche Lieblingsfigur im Krimi, die Kommisarin nicht, das Opfer nicht, im Dorf vielleicht die Künstlerin, der Rest wirkt mit seinen menschlichen Abgründen eher abschreckend.
Aber es ist sehr flüssig - wenn man mit dem geschriebenen Dialekt keine Probleme hat - geschrieben.


Donnerstag, 3. Februar 2011

Gelesen: Gerwens & Schröger: Die Gurkenflieger von Kleinöd

Jetzt will ich auch endlich die letzten Bücher die ich gelesen habe hier einstellen.

Die Gurkenflieger von Kleinöd ist der zweite Krimi von Gerwens + Schröger, den ich gelesen haben (Anpfiff
in Kleinöd werde ich hier auch noch einstellen)

Der kleine Paul wird entführt und das Dorf Kleinöd steht Kopf.
Bekannte Figuren aus dem ersten Krimi tauchen wieder auf und die Autoren lassen wieder in die tiefsten und bösartigsten Abgründe des Dorflebens in Kleinöd schauen. Einiges was im ersten Teil angedeutet wird, wird bestätigt, anderes weitergeführt.
Der Anpfiff hatte mich bei lesen deutlich mehr gefesselt und ich habe am Ende nicht so viele Fragen gehabt, z.b. ist der Titel völlig unklar, die polnischen Gurkenerntehelfer tauchen nur am Rande auf, rechtfertigen kaum den Titel - vermutlich hat den Autoren die Bezeichnung so gut gefallen, seis drum.
Noch seltsamer ist das plötzlicher Erscheinen der Mutter von Paul, sie bleibt farblos, der Showdown erinnert ein "Qualitätsplott" ala Kobra 11.
Die Entführerin hat ebenfalls keine wirkliche Abgangsszene und die Eheprobleme der Kommisarin lassen an Terry Pratchet Romane erinnern.
Hier waren zu viele Ideen auf zu wenigen Seiten.
Wäre ich kein Fan von (Nieder)Bayernkrimis dann hätte ich wohl nicht bis zum Ende durchgehalten.


Dienstag, 26. Oktober 2010

Gelesen: Jörg Maurer - Hochsaison

Die Bewerbung um die Winterspiele 2018 lies auch Jörg Mauerer nicht los und so strickt er seinen zweiten Alpenkrimi um dieses Thema.

Zum Inhalt: "Beim Neujahrsspringen in einem alpenländischen Kurort stürzt ein Skispringer schwer - und das, wo Olympia-Funktionäre zur Vergabe zukünftiger Winterspiele zuschauen"

Kommisar Jennerwein nimmt die Ermittlung auf, kreist aber in diesem zweiten Band mehr um sich und seine gesundheitlichen Probleme, als das er als Kommisar in Erinnerung bleibt.

Meine Lieblingsfiguren aus dem ersten Band - das Bestatterpaar - taucht auch noch einmal kurz auf, allerdings nur ganz am Rande, dennoch reicht es, um sich erfreut an sie zu erinnern.
Skurrile Figuren und Wendungen gibt es auch diesmal wieder, dennoch fehlt mir diesmal die Leichtigkeit der Absurditäten, wie ich sie im ersten Band geschätzt habe.
Entweder die Eventagentur oder die Chinesen, beide waren mir etwas zuviel.
Dazu kamen noch abgefahrene Anschläge, wie der Weißwurst-Anschlag, da ist es bald an der Grenze zum
Dennoch war es wieder ein leichtes und unterhaltsames Lesevergnügen und ich hoffe, Jörg Maurer hat noch ein paar Ideen.
Diesmal war meine Lieblingsfigur der Zitherspieler und ich hätte seine Version von "Highway to Hell" sehr gerne gehört.
Vielleicht sollte ich mich zwischen Mittenwald und Garmisch mal umschauen und die Ohren spitzen.
Hoffentlich lässt er Jennerwein wieder mehr arbeiten und weniger "kränkeln"

Freitag, 22. Oktober 2010

Gelesen: Jörg Maurer - Föhnlage

Vorweg: Ich mag Regionalkrimis ganz besonders bayrische.

Zum Inhalt:
"Bei einem Konzert in einem idylischen bayerischen Alpen-Kurort stürzt ein Mann von der Decke ins Publikum - tot. Und der Zuhörer, auf den er fiel, auch."
Der Mord zu beginn ist schon recht ungewöhnlich und wirkt auf den ersten Blick recht übertrieben, genau wie die Charaktere der Geschichte auch. Dennoch schafft es Jörg Maurer sehr schnell, dass man sie mag, bzw. herrlich schrullig findet. Meine Lieblingsfiguren ist das Bestattungsunternehmerpaar Grasegger, die beiden haben eine eigene Krimireihe verdient.
Kommisar Jennerwein ist ebenfalls jemand, der unbedingt noch mehr Fälle lösen sollte.

Da ich in der Nähe des Kurortes sehr gerne meinen Urlaub verbringe, ist mir der Krimi sehr nah und ich kann die Sprache im Buch "hören", das Lesen ist zu Beginn für eine Preußin etwas sperrig, wenn man sich drauf einlässt, dann klappt es immer besser.
Auch Goethe hat es mal in diesen Ort verschlagen, es gibt tatsächlich ein Gebäude an dem angeschlagen steht, dass Goethe einmal dort übernachtet hat, Jörg Mauerer fällt dazu gleich auf Seite 6 folgendes ein:
"Vor der Überquerung der Alpen  bei seiner Italienischen Reise notierte Johann Wolfgang von Goethe 1790 ins Tagebuch: " In Mittenwald eingetroffen. Kaum der Kutsche entstiegen, traf mich ein heißer, starker Wind, wie aus fernen Landen kommend. Kurz eine Idee notiert, "Faust", dann sehr niedergeschlagen."

Ein sehr unterhaltsamer Krimi, mit Figuren aus Fleisch und Blut, unglaublichen Wendungen und großem Unterhaltungswert. Ich freue mich jetzt schon auf meinen Weihnachtsurlaub, wenn ich wieder in der Gegend bin und auf diesen ganz besonderen Schlag Menschen treffe.

Montag, 23. Februar 2009

Gelesen: Horst Evers - Die Welt ist nicht immer Freitag

Horst Evers ist der klassische Sozialversager, ein Looser auf ganzer Linie. Ohne Job, ohne Ziel, ohne Alles.
Der Sinn seines Lebens scheint darin zu bestehen, zu scheitern und sich nicht aufraffen zu können/wollen.
Skurrile und absurde Passagen bestimmen sein Leben.
Welches sich aber bei einer Mittelwertsbetrachtung um einen Nullwert orientiert.

Mein Urteil:
Ansprechendes Cover, die Illustration von Bernd Pfarr sprach mich an.

Mit Kurzgeschichten oder kurzen Episoden habe ich mich schon immer schwergetan.
Mir fehlt in diesem Buch der rote Faden, das Leben des Horst Evers an und für sich, ist für mich nicht durchgängig.

Vielleicht ist es als Klolektüre lustiger, wenn man es dosiert zu sich nimmt, schnell weggelesen ist es sperrig und Horst fängt an zu nerven.

Das Buch bekommt ansonsten durchweg gute Bewertungen, mein Humor wird nicht, mit ganz wenigen Ausnahmen, hier nicht getroffen.

Fazit: muss nicht sein, ich möchte es nicht geschenkt bekommen.


Sonntag, 22. Februar 2009

Gelesen: Doris Heldt - Urlaub mit Papa

Zum Inhalt:

Die Hauptperson Christine 45 muss ihren (Arbeits)Urlaub zusammen mit ihrem Vater Heinz verbringen. Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und ihr Vater kann sich nicht alleine versorgen.
Beide brechen zusammen nach Norderney auf, um dort einer Freundin von Christine beim Renovieren unter die Arme zu greifen.

Zum Anspruch:
Keiner!
Das Schöne daran ist: das Buch versucht es auch erst gar nicht. Das kann man anprangern und für den Untergang der Literatur halten oder man nimmt das Buch so, wie es daher kommt, als nette Urlaubslektüre, die einen ab und an laut Lachen lässt.

Natürlich kann ich den Inhalt und besonders die Hauptfigur kritisch hinterfragen, beleuchte ich ihr handeln nach feministischen Aspekten, dann würde ich es wohl gleich wegwerfen müssen und wütend drauf rumtrampeln.

Aber noch mal: diese Buch versucht gar nicht die Welt zu verbessern, noch nicht einmal sie zu erklären, es will unterhalten und das gelingt ihm gut.

Kann man es verschenken oder empfehlen?
Schwierig.
Ich glaube, ich würde mich bemüssigt fühlen, zu erklären, dass ich ein wirklich leichtes Buch verschenke usw. das spare ich mir und warte lieber auf das nächste, welches jetzt an der Reihe ist.

Samstag, 21. Februar 2009

Gelesen: Bjarne Reuter - Das Zimthaus

Zum Inhalt:

Dänemark im Jahr 1959.
Es ist die Geschichte von vier (oder eher fünf) Freunden die sich im Übergang von Kindheit zum Erwachsenwerden befinden.

Verfall und Verlust stehen im Mittelpunkt des Buches.
Zum einen der Verlust der Kindheit, der Märchen und Mythen, der unkomplizierten Kinderfreundschaft und einer Familie.

Der Zusammenbruch der Familie Asmussen, deren (Zimt)haus der gesellschaftliche Mittelpunkt der kleinen dörflichen Gemeinschaft ist, beginnt auf der ersten Buchseite mit dem Unfalltod des Familienoberhauptes.
Ein Jahr lang schafft es die restliche - sehr schratige - Familie das Haus und die (gesellschaftliche) Stellung zu halten, dann müssen sie aufgeben.
Nach und nach verschwindet der geheimnissvolle Glanz des Hauses, bis am Ende davon nichts mehr übrig bleibt.
Ebenfalls gehen die Kräuter- und Heiltränke zur Neige, Porzellan, Gläser, antike Möbel, ausgestopfte seltene Tiere, usw. werden verkauft.

Am Ende ist die ganze Familie verschwunden und die männliche Hauptperson findet nach einem Urlaub mit den Eltern nur noch ein leeres Haus vor.

Mein Urteil:
ein sehr stimmungsvolles und sehr lesenswertes Buch, das einen ein Jahr lang am Leben der Menschen in der Sankt-Laurentius-Allee teilhaben lässt.
Auch wenn der Inhalt traurig klingt und es im Nachklang schon recht melancholisch ist, hat es von Anfang an Freude gemacht, die Menschen in dem Buch kennenzulernen und sie zu begleiten und es ist schwer, sie in die Erwachsenenwelt zu entlassen

Freitag, 20. Februar 2009

Gelesen: Charlotte Weitze: Vom Glück ein Briefträger zu sein

Ich zitiere den "Klappentext" Es ist schon etwas länger her, dass ich das Buch gelesen habe, daher kann ich den Inhalt nicht mehr vollständig wiedergeben.

"Kaspars größter Wunsch ist en Erfüllung gegangen: Er hat eine Stelle als Briefträger bekommen. Kaspar ist Albino und verträgt kein Sonnenlicht. Doch die Post hat einen idealen Ort für ihn gefunden - eine einsame Bergregion in Skandinavien, wo es das ganze Jahr über bewölkt ist und die Uhren ganz ganz anders gehen. Schon bald ist er Teil dieser fremden seltsamen Welt, in der nichts ist, wie es scheint."

Diese andere Welt öffnet sich Kaspar Schritt für Schritt und als Leserin konnte ich mich immer weiter mit dieser spröden Welt und ihrer Bewohner anfreunden.
Ich muss gestehen, beim ersten Versuch habe ich das Buch wieder weggelegt.
Als ich es dann ein paar Wochen später noch mal begonnen habe, war mir völlig unklar, warum ich es nicht gleich gemocht habe.
Es ist eine Geschichte nach meinem Geschmack, die Figuren haben Ecken und Kanten, sind unglaublich präsent, nicht alle liebenswert, aber auch über diese liest man gerne.
Es gibt für mich Bücher, da bleibt etwas übrig, da klingt die Geschichte und ihre Protagonisten noch lange nach, als wären sie real und ich hätte sie tatsächlich kennengelernt und wäre einen Teil ihres Lebensweges mitgegangen.
Das Buch ist preisgekrönt mit dem Dänischen Literaturpreis und das völlig zurecht. Tolle Geschichte, klasse geschrieben.

Geschenkt hat es mir meine Schwester, danke noch einmal dafür

Lesen : David Safier: Mieses Karm

Die ein oder andere Buchbesprechung hatte ich schon in meinem alten Blog, ich möchte es hier gern gesammelt habe, genauso wie ich meine gelesenen Bücher gerne ummich versammle.

Das Cover ist ansprechend, ich gestehe ganz offen, werde ich hier überhaupt nicht angesprochen, lasse ich ein Buch eher liegen.

Auszug aus der Beschreibung:

"Nichts hat sich Moderatorin Kim Lange mehr gewünscht als den Deutschen Fernsehpreis. Nun hält sie ihn triumphierend in den Händen. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer russischen Raumstation erschlagen wird.
Im Jenseits erfährt Kim, dass sie in ihrem Leben sehr viel mieses Karma gesammelt hat....."

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Unsere Meerschweinchen habe ich am nächsten Tag auch mit anderen Augen angesehen. :))

Die Geschichte ist flüssig geschrieben, schafft es nicht ins Kitschige abzudriften, auch wenn ich gestehe, dass ich am Ende richtig dicke Tränen vergossen habe.
Ein paar mal habe ich laut lachen können und so erfüllt das Buch genau den Anspruch den ich hatte.
Die Idee hat mir ebenfalls gut gefallen und ich hatte das Gefühl mal wieder etwas "Neues" gelesen zu haben.

Gut zum Verschenken und selbst lesen.

Einziger Nachteil, beim ersten Lesen des Vornamen "Kim" hatte ich die grauenhafte Kim Fischer vor Augen, leider konnte ich das auch nicht mehr loswerden. :))

Gelesen: Arto Paasilinna - Zehn zärtliche Kratzbürsten

Der Chef eine florierenden Industrieunternehmens, Rauno Rämekorpi, feiert seinen 60. Geburtstag.
Er bekommt sehr viele Blumen und Geschenke überreicht, sieht sich nach der Feier in der misslichen Lage, die Blumen wieder loswerden zu müssen, da seine Frau allergisch auf diese reagiert.
Wegwerfen möchte er sie nicht, also begibt er sich mit einem Taxi voller Blumen, Champagner und Kavier auf die Reise durch Helsinki und verteilt seine Gaben an seine verflossenen Liebschaften.

Nach den ersten drei Aufeinandertreffen habe ich befürchet, dass das Buch seinem Titel gerecht werden möchte und ich noch weitere Zusammenkünftige werde mitverfolgen dürfen.
Aber bei einer Runde blieb es nicht, da die Rundreise so erfolgreich verlief, planen Fahrer und Chef eine Wiederholung zur Weihnachtszeit. Und nocheinmal erleben wir den Herrn Direktor und seine Damen.

Kerlokiste war das Buch schlecht.
Die Buchhändlerin meines Vertrauens hat es mir empfohlen, ich befürchte, ihr ist nichts mehr eingefallen, was sie mir raten konnte. Auf der Rückseite verspricht Länstidningen Östersund auch "Ein Festmahl für alle Freunde des skurrilen Humors."
Entweder liegt mir der skurrile finnische Humor nicht oder einen ältlichen Herrn bei (schlechten) schnellen Nummern zu beobachten ist einfach nicht witzig.

Nun knibbel ich den Aufkleber "Spitzentitel" ab und stelle es nach hinten ins Bücherregal

Mittwoch, 28. Januar 2009

Gelesen: Maarten t Hart: Der Psalmenstreit

Die Geschichte um den ReederRoemer Stroombreker beginnt im Jahre 1739 in Maaluis.

Roemer verliebt sich als Junge in eine Netzflickerin heiratet aber auf das Geheiss seiner Mutter die reiche Diderica, bekommt dafür zwei weitere Schiffe und führt eine unglückliche Ehe, die nie vollzogen wird und dementsprechend kinderlos bleibt.

Einen Sohn zeugt er dennoch mit seiner grossen und unerfüllten Liebe.
Die historische Rahmenhandlung ist der sogennante Psalmenstreit, ein für den Leser der heutigen Zeit kaum nachvollziebarer Grund für Unruhen.
Ein Teil der Gemeinde, die besser gestellten wohlhabenden hängen an einer traditionellen, langsamen und sehr getragenen Singweise während des Gottesdienstes, die armen Fischer, Netzflicker und einfachen Handwerker sind Anhänger einer neuen, schnelleren Singweise.
Darüber entbrennt ein heftiger Streit in Maasluis und dem gesamten Land. Es kommt zu Plünderungen, Verwüstungen, Handgreiflichkeiten und Angriffen.

Die Redelsführer werden verbannt u.a. der Sohn des Roemer, der nicht weiss, wer sein Vater ist. Beide stehen auf gegenerischen Seiten, Roemer versucht immer wieder seinem Sohn zu helfen, scheitert aber aus unterschiedlichen Gründen.

Für Roemer und seine grosse Liebe gibt es zum Teil ein Happyend, Roemer, der schon immer unter Schlaf- und Ruhelosigkeit leidet, nicht vollständig, zu gross ist die Sehnsucht nach dem Sohn.

Mein Urteil: Ein echter ´t Hart, auch wenn er es mir am Anfang nicht so leicht gemacht hat, wie es mir sonst ergeht. Es brauchte ein bisschen, um mir den Inhalt des Psalmenstreites näher zu bringen und die ewigen detailfreudigen Debatten zum Thema sind sehr sperrig.
Dennoch ist Roemer eine Hauptfigur die so klar und deutlich vor einem steht, dass man ihr am liebsten die Hand reichen würde.
Es kann nicht nur daran liegen, dass ich zur Heimat von Maarten ´t Hart so eine grosse Verbundenheit fühle, dass ich jedes seiner Bücher und Figuren ins Herz schliesse, schratig und eckig und kantig wie sie stets sind, er ist einfach ein ganz grossartiger Autor.
Verschenken würde ich es wohl nicht, obwohl mir gerade einfällt, dass es meiner Freundin Barbara gefallen könnte.

Mittwoch, 14. Januar 2009

Gelesen: Kate Morton - Das geheime Spiel

Mit 14 Jahren tritt Grace ihren „Job“ als Dienstbotin im Hause „Riverton Manor“ der alten adelsfamilie Hartford an.

Kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges ist in der englischen Adelsgesellschaft die Welt noch in Ordnung.

Die Dienstboten, auch Grace, wissen wo ihr Platz ist und verrichten untertänig ihre Aufgaben.

Grace, ein Einzelkind einer Alleinerziehenden Mutter, die ebenfalls vor ihrer Geburt Dienstmädchen in Riverton war, weiss nichts über ihren Vater. Die Mutter blockt ab und verschlisst sich und ihre Vergangenheit vollständig. Grace schnappt immer wieder Aussagen über ihre Mutter auf, braucht aber viele Jahre, um die Fäden zusammenzubringen. Als sie die Geschichte entschlüsselt hat, ist es zu spät die Mutter zu befragen.


Aber das ist nicht das einzige Geheimnis, welches auf den Leser wartet.

75 Jahre hat Grace die Geschehnisse aus der Sommernacht im Jahre 1924 mit sich herumgetragen, in der der junge Dichter Robert Hunter sein Leben verliert und mit niemanden darüber geredet.

Als sie merkt, dass sie nicht mehr lange Leben wird und durch die Recherche einer Regisseurin, die einen Film über die Hartfort Schwestern dreht, ist die Vergangenheit sehr präsent und sie möchte das Geheimnis nicht ins Grab nehmen. (Wie ihre Mutter)

Wir erleben den Verfall der Familie, begleiten sie durch die Kriegsjahre und beobachten die frühen 20er Jahre in London.

Eine spannende Zeit und die Autorin schafft es gut, die Zeit lebendig darzustellen.

Mit ihren Personen gelingt es nicht ganz so gut.

Die alte Grace und die junge Grace bekomme ich gar nicht übereinander, beide sind mit symphatisch, aber beide bleiben auch ein bisschen blutleer.

Hannah ist die Heldin, auch ihre jüngere Schwester hat ein detailliertes Profil und ist eine interessante Nebenfigur.


Einiges ist langatmig, einiges wirkt aufgesetzt und konstruiert, maches Rosamundes Pilgaresk.

Was nervte: Ihre Mutter hatte keine wirkliche Beziehung zu ihrer Tochter, Grace kann auch keine zu ihrer Tochter aufbauen.

Wirkte sehr konstruiert und schien nur als Aufhänger zu dienen, den Enkel ins Spiel zu bringen.

Völlig unglaubwürdig war für mich, dass Grace es schafft noch Karriere zu machen, vom total verhuschten Dienstmädchen zur Archäologin, selbst wenn die Finanzierung des Studiums später aufgeklärt wird.

Zuviele unnötige Nebengeschichten. Die Pflegerin im Heim brauchte kein Mensch.

Der kleine Überraschungsmoment zum Ende, dass die Tochter von Hannah auftaucht, bzw. ihre Enkelin .


Was mir gefallen hat: eine Liebesgeschichte die glücklich endet, eine die unglücklich endet.


Vermutlich hätte ich das Buch lieber im Sommer und im Urlaub gelesen, eine Zeit in der ich mich besser einer Geschichte hingeben kann und sie nicht kritisch von allen Seiten beäuge.

Hier fragte ich mich immer wieder, ohne es zu wollen, ist das wirklich gut geschrieben oder gleitet es gerade zu arg ins Pilgareske ab?

Ein besserer Verlag hätte hier wohl mehr rausholen können, so wird es als Massenware untergehen. Zu Recht.

Wer die Zeit mag, ist hier bestens bedient, wer es schafft das Buch unkritisch wegzuschmöckern, wird recht gut unterhalten.

Zurück bleibt bei mir nichts, es wird seinen Platz im einer der Bücherwände finden und vergessen werden.


Gelesen: Stefan Merrill Block - Wie ich mich einmal in alles verliebte

Meine Mutter hat mir das Buch geschenkt, ich sollte es mit ins Krankenhaus nehmen.
Mein erster Eindruck: Seltenblöder Titel und ein Thema das mich überhaupt nicht interessierte. Das erste Kapitel hatte meinen Eindruck verstärkt und so hatte ich es schnell wieder weggelegt. Aus Magel an Alternativen habe ich es dann im Krankenhaus doch noch gelesen und war überrascht.

Zum Inhalt:
Der Teenager Seth hat nicht nur Probleme mit sich, seinen Pickeln, seinen (falschen) Hobbies, seiner mangelnden Attraktivität bei den Mädchen, auch seine Mutter bereitet ihm zunehmend Sorgen.
Es stellt sich heraus, dass seine Mutter, die gerade einmal 35 Jahre alt ist, an einer selten Form von Alsheimer leidet.
Als die Mutter in ein Pflegeheim kommt, "das Wartezimmer", beschliesst Seth ein Wissenschaftler zu werden und ein Heilmittel gegen Alsheimer zu entdecken.
Er knackt die Datenbank eines anerkannten Wissenschaftlers und begibt sich auf die Suche nach anderen Patentien, die alle unter der gleichen Form leiden, die zum ersten mal im 18. Jahrhundert in England auftrat und von "Robert Mappelthorpe IV." verbreitet wurde.
Die Suche wird zu einer Suche nach der eigenen Familiengeschichte, die die Mutter stets verschwiegen hatte.
Zeitgleich sitzt der zweite Ich-Erzähler - Abel - in seiner heruntergekommenen Farm und wartet. Auf die Planierraupen, die seine Farm niedereissen wollen, auf den Tod und vor allen Dingen auf seine Tochter, die vor 20 Jahren die Farm verlassen hatte.
Seth und Abel kennen sich nicht, sind sich nie begegnet.
Sie verbindet einiges, unter anderem die Kenntnis der selben Legende, der Geschichte der goldenen Stadt Isiodra, dem sagenumwobenen Land, in dem es keine Erinnerungen gibt.

Nach dem ersten Kapitel, das mir überhaupt nicht gefallen hatte, Abel, ein Krüpel, ein Aussenstehender, liebt die Frau des Bruders und beobachtet sie, hat das Buch mich in seinen Bann gezogen.

Es ist eine hinreissende Liebesgeschichte, eine wundervolle Legende über Isidora und eine spannende Familiengeschichte.

Mein Urteil: absolut Lesenswert, ein Buch das einen bleibenden Eindruck zurücklässt und noch lange nachklingt

Mittwoch, 7. Januar 2009

Gelesen: Ralf Schmitz - Schmitz´Katze

Promis schreiben Bücher und ich kaufe das ein oder andere davon.

Manche bereiten einem Freude und geben einem etwas mit (ganz weit oben steht hier "ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling)
und andere die langweilen nur.

Zum Inhalt: Ralf Schmitz hat eine Katze und diese Katze ist alt. Ausserdem hat er ab und an eine Freundin und die hat auch ne Katze oder eben nicht und daraus resultiert eine lustige Geschichte oder halt nicht.
Bilder hat er auch gemacht und verschont uns auch nicht mit Serien von Katzen, die man eigentlich nicht sieht.

Als ich eines Freitagabends Herrn Schmitz über sein Buch in einer Talkshow reden hörte, habe ich sehr gelacht, Tränen liefen mir aus den Augen.
Das Buch musste ich einfach haben, aus dem er so amüsant zu berichten hatte.
Bloss: das Buch liest er nicht vor und sein sehr eigenes Tempo fehlt dabei.
Vielleicht ist es als Hörbuch besser.
Das komplette Buch über 260 Seiten hat Längen und was für welche.
Ich kann es nur als Einschlafhilfe empfehlen und stelle es nun in eine hintere Ecke in die Nebenbuchwand.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

(Vor) Gelesen: Cornelia Funke - Hinter verzauberten Fenstern

Julia hat sich, wie in jedem Jahr, einen Schokoadventskalender gewünscht. Doch in diesem Jahr bekam nur ihr kleiner Bruder Olli diesen begehrten Kalender.
Sie selbst bekam einen aus Papier. Sie wäre schon zu gross für den mit den Schokostückchen, hatte die Mutter angenommen.
Der Ärger ist schnell vergessen, als Julia bemerkt, dass es sich um einen ganz besonderen Kalender handelt, denn das Kalenderhaus ist bewohnt. Bald schon entdeckt sie, wie sie die Bewohner besuchen kann und erlebt dort ein spannendes Abenteuer.
Natürlich bleibt dies von ihrem kleinen Bruder nicht unentdeckt und die Spannungen zwischen grosser Schwester und kleinem Bruder wachsen von Tag zu Tag.
Bis, eines Tages Olli in ihrem Zimmer auf seine Schwester wartet.....

Mein Urteil: Es war ein wundervolles Buch, ein schönes Märchen und ganz besonders passend in unsere abendlichen Adventsstündchen. Ich hätte es mir ein bisschen länger gewünscht, denn nun sind wir seit Sonntag durch und es ist schade, dass es uns nicht bis zum Ende der Adventszeit begleitet.
Cornelia Funke ist eine tolle (Kinderbuch) autorin, mir bereitet es genauso viel Vergnügen ihre Bücher vorzulesen, wie sie selbst zu lesen.